Dea vocat! - Im Quetschbeutel
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Im Quetschbeutel
- Silvagild Ulmata von Ulmentor (Junkerin von Ulmentor)
- Hardomar Jast von Hadingen (Ritter von Hadingen)
- Boronmin Odulf von Henjasburg (Page von Ritter Hadomar)
- Dyderich vom Sümpfle (Weidener Barde)
- Daithi ´Adlerkralle´ von Rechklamm (Schüler von Meister Dyderich)
- Eine Meute Zwerge
Tanzlokal Quetschbeutel, Stadt Angbar, 10. Peraine 1044 BF
Zwergische Sackpfeifen- und Quetschbeutelspieler sorgten für gute Laune im kleinen Etablissement. Silvagild kam dabei nicht mehr aus dem Staunen heraus. Schon der Name der Taverne machte sie etwas skeptisch, doch meinte Dyderich, dass genau das der Ort sei, an welchem man in Angbar gewesen sein musste. Sie hatte mit vielem gerechnet, doch mit einer Meute musizierender und tanzender Zwerge nicht. Das Hügelvolk sei zugänglicher als die Vertreter des kleinen Volkes in den Nordmarken, meinte der Weidener weltgewandt und schien damit auch recht behalten zu haben. Gerade erst kam sie vom Tanz mit einem Zwergenmann zurück an den Tisch. Der rothaarige Jungzwerg schien sich genauso wenig an ihrem offensichtlichen Auftreten als Dame von Stand beeindrucken zu lassen, wie ihn ihr ´Nein´ davon abgehalten hatte, Silvagild dennoch auf die Tanzfläche zu zerren. Im Endeffekt war der Tanz dennoch lustig gewesen und so ganz anders wie das stilvolle Schreiten auf Bällen, oder das magische Wirbeln am Hof der Lilienkönigin. Es sei, so erklärte Dyderich, auch die Art und Weise wie man in den Bärenlanden feierte, auch wenn das Bier in Weiden schlechter war als hier im Kosch.
Das kleine Tanzlokal war eine willkommene Abwechslung. Noch am Abend zuvor waren sie beim Bankett am Rande des Fürstenturniers gewesen. Es war ermüdend, Ritter und Ritterinnen aus allen Teilen des Reiches, die ihre beste Garderobe ausführten und sich gegenseitig in Geschichten über Ruhm und Ehre zu übertreffen suchten. Am heutigen Vormittag besuchten Hardomar, Boronmin und Silvagild dann auch den wunderschönen Rondratempel der Stadt - die Halle der Kämpfer.
Der monumentale Bau war Teil der Stadtbefestigung und lag hoch über dem Angbarer See und der Altstadt. Erreichen konnte man das, als Tempelplattform angelegte Göttinnenhaus über die breite Heldentreppe. Oben angekommen fand sich die kleine Gruppe in einer von Säulen gestützten Halle, in dessen Inneren sich unter anderem Statuen von Kaiser Raul, dem ersten Fürsten des Kosch, Baduar von Eberstamm, Kaiser Hal und König Brin fanden und das Ambiente den Gläubigen am Ehesten an eine Art Aufmarschplatz erinnerte. Besonders interessant fanden Silvagild und Hardomar den Umstand, dass es sich beim Hochgeweihten des Tempels um einen nordmärker Landsmann handelte, der die beiden jungen Ritter zum gemeinsamen Gebet und rituellen Zweikampf einlud.
Dass der Hadinger an diesem Tag auch ein Duell in den Schranken reiten musste, schien dabei zur Nebensache zu verkommen und war auch nicht der Rede wert, katapultierte ein Koscher mit dem klingenden Namen Metzel vom Grauen Schild den jungen Ritter doch erwartungsgemäß in der ersten Runde aus dem Sattel.
Nun fand man sich zum Ausklang des Abends, auf Anraten des Weidener Barden, der sie sonst die Zeit in Angbar über nicht begleitet hatte, in einer Zwergentaverne wieder. Jeder der fünf hatte einen Humpen Bier vor sich stehen - auch Boronmin, denn es war zu bezweifeln, dass hier etwas anderes ausgeschenkt wurde und gemeinsam wartete die Pilgergruppe darauf, ob wohl die Küche mehr Variation zu bieten hatte.
Die Besichtigungen des Tages hatten den Hadinger Ritter auf andere Gedanken gebracht und ein wenig von seinem erneuten frühen Ausscheiden abgelenkt. Immer, wenn er versuchte zu lachen, spürte er seine unteren Rippen, wo die Rüstung der Lanze nachgegeben hatte; und beim Gehen merkte er zwar noch den Aufprall auf seinen Steiß, doch befand er, dass die Bewegung ihm guttat.
"Das ist ja nicht so gut gelaufen auf dem Turnier ...", neckte Silvagild den Hadinger, als sie wieder halbwegs zur Ruhe kam. "Aber dennoch hat sich der Ausflug nach Angbar ausgezahlt. Der Tempel war sehenswert und ich bin mir sicher, dass unsere beiden Singvögel auch noch in den zwergischen Reigen einstimmen werden?"
Sie blickte auf Dyderich, der dann in die Richtung seines Schülers nickte. "Hast du Lust? Ich kenne die hiesigen Wirte gut."
“Ich bin sehr gespannt, wie Beutel und Laute zusammenklingen werden”, erwiderte Daithi auf die Aufforderung hin. Dann grinste er. “Das wird bestimmt lustig.”
Hardomar staunte, als sie die Taverne betraten. Die ausgelassene Feierlaune der Zwerge war ganz nach seinem Geschmack. “Diese Schenke müssen wir eines Tages unbedingt Imelda zeigen!” rief er begeistert zu Silvagild. Als diese etwas später von dem jungen Zwergen auf die Tanzfläche gezogen wurde, lachte Hardomar laut auf. “Na los, süße Silvi, zeig’ was du draufhast!” feuerte er sie an und klopfte mit seiner Hand auf der Tischplatte im Takt der Musik. Dann stupste er Boronmin in die Seite: “Ich sorge dafür, dass Silvagild nachher mit dir auch so ausgelassen tanzen wird”, flüsterte er ihm zu. “Dir gefallen die Sackpfeifen und Quetschbeutel, was?”
Boronmin, der enthusiastisch im Rhythmus mitklatschte, nickte begeistert. Dann ergriff er mit beiden Händen den Bierkrug und trank einen kleinen Schluck des Gebräus… Er mochte den Schaum, auch wenn die Bitterkeit des Biers ihn das Gesicht verziehen ließ. Doch der Page beklagte sich nicht und freute sich, heute in den erwachsenen Kreis der Biertrinker aufgenommen worden zu sein.
Als dann etwas später Silvagild den jungen Ritter neckisch an seine Schmach in der ersten Runde des Turniers erinnerte, winkte Hardomar verdrossen ab. “Mmmhh…”, murmelte er über seinen Krug brütend. “Eigentlich ging es ja gut los… Erster Anritt unentschieden; da konnte ich den Stoß mit dem Schild gut abwehren. Und beim zweiten Anritt sind zwar unsere beiden Lanzen gebrochen, aber seine ist von meinem Schild abgerutscht und hat mich frontal getroffen. Das war so, als würdest du direkt gegen einen Baum reiten… Ach, verdammt.” Er seufzte. “Aber was wäre schon eine Pilgerreise im Zeichen der Leuin ohne einen einzigen blauen Fleck.” Für einen Moment hielt er den kühlen Bierkrug an die Beule an seiner Schläfe, wo er nach dem Sturz vom Pferd auf den Boden aufgeschlagen war. Nicht, weil es übermäßig weh tat, sondern mehr, damit es nicht weiter anschwoll.
Dann nahm er einen tiefen Schluck, stellte den Krug wieder vor sich ab und schaute zu Dyderich und Daithi: “Ja, spielt was flottes!” forderte er die beiden auf.
“Noch nicht …”, warf Silvagild lächelnd ein, “... lass die beiden erst einmal essen. Nun, da wir von Hardomars Heldentaten am Turnier heute gehört haben, würde mich deine Familie interessieren, Daithi.” Sie wandte sich dem Bardenschüler zu. “Du stammst aus Eisenstein, habe ich gehört. Wie genau kamst du denn von dort aus nach Donnerbach und dann weiter an die Seite Dyderichs?” Der junge Mann hatte bisher noch nicht viel über sich erzählt und Silvagild war neugierig gewesen. Sie wusste, dass Daithis Eltern ihn wohl nach Donnerbach schickten und er, nach einiger Angabe, dort für ein paar Jahre lebte. “Dein Herr Baron wird sich ja wahrscheinlich eher nicht dafür eingesetzt haben.”
Ach, der Herr Baron?, dachte Daithi. Er hatte den Göttern sei Dank noch nie wirklich einen persönlichen Zusammenstoß mit Rajodan von Keyserring. Daithi kannte nur Geschichten von seinen Eltern, seiner Großmutter und vielen anderen. “Ja, das stimmt, Frau Silvagild. Ich bin in der Baronie Eisenstein geboren und die ersten Jahre dort aufgewachsen, bis ich acht war. Ich komme aus dem Rittergut Breewald. Das ist an der Grenze zu Eisenhuett. Meine Großmutter Noitburg von Rechklamm ist die Herrin von Breewald. Meine Eltern sind Galahan Adlerkralle von Adlerstein und Miril von Rechklamm. Sie haben mich zum Studium zum `Seminar der elfischen Verständigung und natürlichen Heilung´ nach Donnerbach geschickt. Mein Vater war der Meinung, ich hätte das Zeug dazu, Magier zu werden. Tja, da war ich wohl eine Enttäuschung für ihn.” Daithi hielt kurz inne und verzog das Gesicht. “Das hat jetzt mein jüngster Bruder Fionn übernommen, in die Fußstapfen unseres Vaters zu treten. Naja, was solls. Ich habe meine Bestimmung gefunden. Denn mit Erlaubnis von Meister Dyderich darf ich wohl sagen, dass mein musisches Talent größer ist, als mein magisches. Den Göttern sei dank haben das auch andere erkannt und ich bin auch die andere Uferseite des Neunaugensees gewechselt auf die Bardenschule Aldifreids. Dort habe ich dann auch Meister Dyderich kennengelernt.”
“Oh interessant …”, Silvagild hatte interessiert zugehört, “... das heißt also, dass du eine magische Gabe in dir trägst? Nicht so einfach in den Nordmarken, wenn man nicht unter dem Schutz einer Gilde steht, denke ich?”
“Äh… äh…” Daithi wurde leicht verlegen. “Ich wende meine magischen Fähigkeiten nicht an…”
Boronmins Augen weiteten sich und begannen fasziniert zu leuchten. Neugierig schaute er Daithi an, den er ohnehin schon sehr bewunderte, und fragte mit staunender, wispernder Stimme: "Magische Fähigkeiten? Ihr könnt zaubern!?"
Auch Hardomars Augen wurden groß, hatte er es bisher nur einmal in seinem Leben mit einer magiebegabten Person zu tun gehabt. Gespannt wartete er auf die Antwort des Bardenschülers.
“`Können´?”, antwortete Daithi bescheiden, “wenn ich behaupten würde, dass ich irgendwas in dieser Hinsicht könnte, würden mir die Lehrenden am Seminar in Donnerbach energisch widersprechen. Nein, Boromin, das möchte ich nicht von mir behaupten.” Der Bardenschüler lächelte verlegen. “Aber Boromin, du brauchst nicht `Ihr´ zu mir zu sagen. Ich bin wie du ein Schüler. Unsere Lehrmeister verdienen den Respekt.”
"Na …", fuhr Silvagild ebenso neugierig aus, "... wie zeigt es sich denn? Also, dass du magische Fähigkeiten hast? Und wenn du bei diesem Elfenseminar warst … hast du dann auch echte Elfen kennengelernt?"
“Ich…”, Daithi schaute etwas erstaunt, besann sich dann aber. So offensichtlich scheint es ja nicht zu sein, dachte er. “Meine Großmutter ist eine Elfin.”
"Eine Elfin?", Silvagilds Augen weiteten sich. "Ich wollte schon immer einmal einen Elfen kennenlernen. Leider gibt es bei uns in den Nordmarken nicht so viele. Lebt denn deine Großmutter auch in Eisenstein?"
“Nein”, antwortete der Bardenschüler, “eigentlich nicht. Sie ist aber vorletzten Winter mit meinem Großonkel nach Breewald gekommen und wohnt seitdem auf der Burg meiner Großmutter… also der anderen Großmutter.”
“Ohooo”, meinte die junge Ritterin mit immer noch begeisterter Stimme. “Hast du gehört, Hardomar. Ein Viertelelf.”
Dyderich hatte derweil die gesamte Unterhaltung mit einem Schmunzeln verfolgt. “Dort wo wir hinkommen, wirst du bestimmt genug Elfen treffen, Silvi”, meinte er in sanftem Ton. “Zumindest dann in Donnerbach. Die wilden Elfen in Weiden … denen sollten wir vielleicht nicht unbedingt vor den Bogen laufen.” Er lachte.
Hardomar hörte interessiert zu. Die Vorstellung, schon bald echte Elfen zu sehen, versetzte ihn in eine gewisse Vorfreude und ließ ihn das Turnier vergessen. “Diese Elfen müssen in der Tat hervorragende Bogenschützen sein”, stimmte er Dyderich zu.
Immer wieder ertappte er sich dabei, auf Daithis Ohren zu starren, schaute ihm dann jedoch schnell in die Augen und hoffte, der Bardenschüler würde es ihm nicht krummnehmen. “Stimmt es eigentlich, dass Elfen zweistimmig singen können?” fragte er neugierig nach.
“Ja, tatsächlich”, antwortete Daithi. “Das ist eine große Kunst, die die Elfen offensichtlich mit einer beeindruckenden Leichtigkeit beherrschen. … Doch mischt sich das Blut, so geht dieses Talent verlustig… Bedauerlicherweise.”
“In der Tat … das ist bedauerlich”, bestätigte Dyderich lächelnd. “Aber irgendwie auch gut. Ich kenne einen halbelfischen Barden, der durch Weiden zieht … der wäre mit seinem zweistimmigen Gesang wohl schlecht fürs Geschäft. Dass es keine Elfenbarden gibt, gereicht uns da wohl auch zum Vorteil.” Der Barde lächelte in die Runde.
“Nun, Eure Stimme ist auf jeden Fall ganz hervorragend und Euer Lehrmeister kann zurecht stolz auf Euch sein, nicht wahr?” ging seine Frage mit ehrlicher Miene an Dyderich.
“In der Tat”, bejahte Dyderich sogleich. “Er ist sehr talentiert und wird mir später sicher auch keine Schande bereiten.” Dann blickte der Weidener wieder auf seinen jungen Schüler. “Was meinst du? Sollen wir in den zwergischen Reigen einstimmen?”
“Au ja!”, stimmte sein Schüler freudig zu. Auch um dem peinlichen Gespräch über Magie und Elfen zu entgehen. “Lasst uns aufspielen!”
Der Weidener Barde erhob sich von seinem Stuhl und ging hinüber zu den zwergischen Musikern. Einen kurzen Wortwechsel später stellten diese ihre gegenwärtige Darbietung ein. Es dauerte daraufhin nicht allzu lange bis sich Laute des Unmuts unter den anwesenden Gästen laut machten, doch verschwanden diese sobald die Saiten der beiden Barden erklangen. In das schnelle Lautenspiel stimmten nur wenig später auch die zwergischen Musikanten ein:
“Wenn wir in der Schänke hängen,
und uns nach dem Biere drängen
Wenn wir unsere Lieder singen,
und dazu die Saiten klingen.
So, bringen wir auf alte Weise,
unser Prosit auf die Reise.
Mägdelein reib mir noch mal über´n Bauch,
zier dich nicht so, Du willst es doch auch.
Mägdelein reib mir noch mal über´n Bauch,
zier dich nicht so, Du willst es doch auch.
Wir Barden, wie vom Suff getrieben,
Schnorrend durch die Lande ziehen.
Jene, die dem Biere trotzen,
der Schankmaid in den Ausschnitt glotzen.
Ja, uns Jungens gilt die Stunde,
doch den Spießern diese Kunde.
Mägdelein reib mir noch mal über´n Bauch,
zier dich nicht so, Du willst es doch auch.
Mägdelein reib mir noch mal über´n Bauch,
zier dich nicht so, Du willst es doch auch.
Wenn es gilt die Zeche zu zahlen,
seht die Barden nur in ihren Qualen.
Sehnen sich nach dem vollen Becher,
sind sie doch die schlimmsten Zecher.
Oh, Freunde lasst uns nicht verzagen,
und den Wirt in den Limbus jagen.
Mägdelein reib mir noch mal über´n Bauch,
zier dich nicht so, Du willst es doch auch.
Mägdelein reib mir noch mal über´n Bauch,
zier dich nicht so, Du willst es doch auch.
Soll der Gerstensaft uns munden,
Spielmannsvolk, schräge Kunden.
Schwätzer und Tavernenspinner,
Saufen, Huren das prägt für immer.
Erst wenn wir unterm Tische liegen,
grinst die Schankmaid steht’s zufrieden.
Mägdelein reib mir noch mal über´n Bauch,
zier dich nicht so, Du willst es doch auch.
Denn wisset ja ihn zu reiben bringt Glück,
Dem Barden sein bestes Stück.”
(Der Bauch des Spielmanns von R. Schmidt, leicht abgewandelt)
Als die Barden begannen ihre Weise zu trällern, gewannen sie das angeheiterte Publikum sogleich. Schon beim zweiten Refrain grölten die Zwerge mit und tanzten auf den Tischen. Silvagild jedoch sah eher unschlüssig auf Hardomar und auch Boronmin, dessen jugendliche Ohren solch Schalmeien nicht hören sollten.
Boronmin jubelte und klatschte fröhlich mit, während er mit großen Augen die auf den Tischen tanzenden Zwerge und das bunte Gewimmel in der Schenke in sich aufsaugte. Das Lächeln auf seinem Gesicht wurde immer breiter - am liebsten wäre er auch zum Tanzen aufgesprungen, aber den Mut dazu hatte er dann doch nicht.
Hardomar erfreute sich an der guten Stimmung, ließ sich von ihr mitreißen und wippte mit dem Bein. Bildlich konnte er sich vorstellen, wie seine Schwester jetzt bereits mit den Zwergen auf dem Tisch tanzen würde. Kurz war er versucht, aufzustehen und sich selbst ins Getümmel der Tanzenden zu stürzen, doch bemerkte er, als der Refrain erklang, den sorgenvollen Blick Silvagilds. Er schaute zu seinem Pagen, welcher gerade eifrig im Takt trommelte. Der junge Ritter schenkte Silvagild ein beruhigendes Lächeln und sprach bei der lauten Musik direkt in ihr Ohr: “Mach’ dir keine Sorgen, er ist so überwältigt; ich glaube nicht, dass er den Text richtig deuten wird.” Kurz überlegte er, wann sein Paggenfelder Schwertvater ihn das erste Mal in eine solche Lokalität mitgenommen hatte. ‘Und mir hat das auch nicht geschadet’, dachte er mit einem Anflug von Nostalgie.
Hardomar fuhr mit seiner Hand von hinten an Boronmins Kopf und schnippte gegen sein Ohr. Noch bevor sein Page die Aufmerksamkeit auf ihn lenkte, hatte sich Hardomar bereits unschuldig tuend hingesetzt und zeigte auf Silvagild. “Sie war’s”, behauptete er grinsend.
Boronmin schreckte überrascht auf, schaute erst seinen Schwertvater an, dann Silvagild, dann wieder seinen Schwertvater und musste schließlich loskichern.
Auch die Junkerin machte ein gespielt empörtes Gesicht und stimmte dann in das Lachen am Tisch ein. Der Abend war ja doch unterhaltsam gewesen.