In diesem Augenblick wurde die Tür geöffnet, und zwei Waffenknechte schauten, alarmiert durch den Lärm, herein. Doch als ihnen gewahr wurde, dass keine akute Gefahr drohte, nahmen sie sofort Haltung an und erwarteten ihre Befehle. Jetzt galt es, ja nichts falsch zu machen. Sonst würde das nächste „Blauenburger Unwetter“ möglicherweise sie treffen.

Aber die beiden hatten das Glück auf ihrer Seite. Als Baron Rondrian die Beiden bemerkte, hellten sich seine Züge auf. „Ah, gut! Vortrefflich! So will ich meine Mannen sehen. Erwartungsvoll und kampfbereit. Sehr gut! Meldet sofort meinem Onkel, dass er Reiter aussenden soll. Sie sollen dem Rothenwalder, dem Eibenhofer, dem Brockinger, der Rosenhagerin und dem Grenfell mitteilen, dass ich sie unverzüglich hier auf der Blauenburg erwarte. Ich will alle meine Ritter hier haben. Ruft mir auch den Eichensteiner. Und jeden ehrbaren fahrenden Ritter, den ihr unterwegs antreffen mögt! Wir werden Kriegsrat halten.

Und sendet auch meinem Bruder einen Boten. Er soll nicht weiter unwissend bleiben über das Schicksal unserer Eltern. Und nun los, eilt Euch!“

Dann wendete sich der Baron an seine zukünftige Gemahlin. „Roanna, bitte teile auch deinem Lehnsmann, dem Ährenbacher, mit, dass wir ihn hier erwarten.“ Dabei legte er sanft seine Rechte auf ihre zitternde Hand.

Zu seinem Gast gewandt, fügte Rondrian hinzu: „Erlwulf, Ihr fragtet, was Ihr für mich tun könntet. Ihr habt schon mehr als genug getan. Nehmt nochmal meinen Dank dafür. Aber um eines möchte ich Euch noch bitten. Ich erwarte, dass nicht jeder meine Handlungen gutheißen wird. Viele werden es nicht verstehen. Und auch ich habe Neider.

Also bitte ich Euch, im Rat der Barone für mich zu sprechen. Erklärt jenen, die mich anfeinden werden, meine Beweggründe, wenn ich es nicht selbst kann. Würdet Ihr mir diesen Freundschaftsdienst leisten?“

Fortsetzung folgt...