So folgte Erwulf dem Baron in die Kühle seiner Burg, während sie Höflichkeiten und die ein oder andere Neuigkeit austauschten. Im großen Saal der Burg angekommen, war der Birselburger sichtlich beeindruckt von den Trophäen an den Wänden. Insbesondere der gewaltige Schädel des Drachens, den der Wolfenbinger einst erschlug, beeindruckte ihn. Eine Heldentat von vielen, die Rondrian noch weit über seinen Tod hinaus einen Platz in der Reihe der großen Recken Weidens sichern würde.

Nachdem der Teichenberger wie üblich seltsame Blicke erntete, als er das gute Bier ausschlug, und sie beide auf Weiden und die Herzogin angestoßen hatten, räusperte er sich. „Nun, eh,“ Erwulf fuhr sich nachdenklich durch seinen langen Bart, „ich bin kein Freund umständlicher Reden. Ich bin hier, um Euch zu berichten, was ich für schändliche Dinge erfahren habe, die Euer edles Geschlecht betreffen.“ Er blickte seinen Gastgeber ernst an, ehe er fortfuhr.

„Ich war in Zippeldinge, um dem Vogt mit diesem Heckenritter zu helfen. Was uns aber dann dort erwartet hat, konnte ja keiner wissen. Aufgehetzte Goblins, dunkle Magie und ruchlose Spitzohren. Natürlich sind wir dem nachgegangen. Ihr müsst wissen, in Zippeldinge war auch ein Elf, Bastard vom Pagol von Löwenhaupt, mit Gefolge. Er und die seinen steckten hinter den seltsamen Dingen. Ging um irgendein elfisches Artefakt, ein verfluchtes Schwert, dass die Rondrianer vor langer Zeit gesichert hatten. Um das zu bekommen, haben die Elfen auch vor feigem Mord nicht zurückgeschreckt. Ich und einige andere sind dann nach Menzheim und Baliho, wohin uns Spuren führten.“ So recht verstanden hatte er das Ganze bis jetzt noch nicht. Wenn es um einen ordentlichen Kampf ging oder darum seine Baronie zu führen, da machte ihm so schnell keiner was vor. Aber die Sache in Zippeldinge? So etwas wollte er gar nicht verstehen.

„Leider, leider Blauenburger, wussten auch Eure edlen Eltern etwas über die Klinge. Als sie das einem Spitzohr nicht sagen wollten, hat er sie feige ermordet! Eure Mutter muss er mit Magie besiegt, Euren Vater gar mit Gift getötet haben. Ich hab’ den Kerl selbst erschlagen, aber macht das seine Taten nicht ungeschehen.“ Hätte er sich nur nicht hinreißen lassen und diesen Verbrecher erschlagen. Aber was hätte er sonst tun sollen, er hatte doch versucht ihn zu verzaubern. „Ich wollte Euch das selbst berichten und Rede und Antwort stehen. Eines versichere ich Euch aber, wenn es irgendetwas gibt, was ich oder mein Haus in dieser Sache tun können, wir werden es mit Freude tun.“

Eine dunkle Gestalt löste sich aus dem Schatten des Türbogens. Roanna, die Gefährtin des Wolfenbingers näherte sich mit nahezu lautlosen Schritten. So gehüllt in eine ausgeschnittene dunkelblaue samtene Robe, die langen dunklen Haare offen und wild in die Stirn gelockt, sah sie ein wenig verwegen aus.