Handwerk

Textilien
In der nördlich des Fialgralwa gelegenen Heidelandschaft gedeihen Leinen und Hanf. Auf der Heide weiden Schafe und Ziegen. In den Ortschaften Hollergrund, Queckingen und Kardenbrache fertigt man von einfachen Hanf- und Leinenstoffen für den Gebrauch auf dem Hof und im Haushalt, über einfarbige Stoffe, die mit Pflanzenfarben gefärbt worden waren, bis zu aufwändiger gewebten Stoffen mit Streifen- oder Karomustern alles was es an Textil gibt an. Die bekannten Stoffprodukte schmückten sich mit dem Namen „Hollergrunder Linnen“ oder „Queckinger Kram“. Woll- und Lodenstoffen werden für Kleider und Mäntel hergestellt. Auch die Grundprodukte wie Garne und Webzubehör werden in den Orten gefertigt. Die Ortschaft Kardenbrache ist für ihre farbenfrohen Borten bekannt.

Korb- und Binsenflechterei
Überall entlang der Flüsse und Bäche gibt es Korbflechter, die aus den Weiden und Binsen, die in den Flussauen wuchsen allerlei Gebrauchsgüter, Körbe, Truhen und sogar Bezüge und Geflechte für Liegen, Hocker und Stühle herstellen.

Schnitzhandwerk
Wurzelholzschnitzereien aus Oberwaldig.
Friedemut Wolfenskehl aus Oberwaldig, ist der bekannteste Künstler der Baronie. Seine Handwerkskunst ist äußerst beliebt.
In den waldreichen Gebieten im Süden von Urkentrutz gibt es diverse Holzschnitzer, die sich weniger der Kunst als der Herstellung von Gebrauchsgütern verschrieben haben. Sie fertigen Schüsseln, Teller und Brotzeitbretter, Messergriffe und Kochlöffel.
Aus dem Horn von Hirsch und Rehbock oder den Knochen des Weideviehs werden Kämme und Haarnadeln gefertigt.

Schmiedekunst
Die großen Siedlungen Urkenfurt, Urken und Schwarze Au verfügen über einen Grobschmied. Ansonsten gibt es regional auch hier und da einen Kupferschmied (Hollergrund) und einen herumziehenden Kesselflicker.

Töpferkunst
In der Nähe der Bäche und Flüsse finden sich einige Töpfer, die ihre Gebrauchsware anbieten. Bekannt und beliebt sind das edle Jammerrieder Steinzeug, Schüsseln aus rötlichem Ton, die nur auf der Innenseite eine Glasur tragen, die "Kardenbracher" genannten Kannen des hiesigen Töpfers Gundhart Mailart, deren heller Ton mit einer durchscheinenden Glasur recht elegant wirkt und die "Geschmauchten Töpf´" aus der Schwarzen Au. Diese Tonwaren haben eine schwarzgraue, leicht schimmernde Oberfläche, die man erreicht, wenn man beim Brand grüne Zweige in den Ofen gibt und gleichzeitig die Luftzufuhr drosselt.

Lohgerber
Rund um die Bingenbacher Lohe wird Lohrinde gewonnen und damit Leder gegerbt. Bei der Gerberlohe handelt es sich um eine Lösung die aus der Rinde junger Eichen unter Zugabe von Eicheln und Eichenholz in einem aufwändigen Prozess gewinnt. Diese Eichenlohe wird zum Gerben von Tierhäuten benutzt.

Handel

Urkentrutz wird nicht selten von Reisenden durchquert. Pilger zum Rhodenstein durchziehen die Baronie auf dem Urkenweg ebenso wie Reisende, die zwischen Herzoglich Waldleuen und Pallingen unterwegs sind.
Märkte gibt es nur wenige. Einzig ein paar Jahrmärkte werden abgehalten, wie der Beonsmarkt in der Nähe von Urkenfurt anlässlich des Beonsfestes Anfang Peraine und der Hollergrunder Textilmarkt im Rahja. Dabei bieten allerdings fast ausschließlich Urkentrutzer Bauern und Handwerker ihre Waren feil.
Die Grundversorgung wird in Urkenfurt, Urken, der Schwarzen Au und Hollergrund durch einen Krämer gedeckt. Die entlegeneren Dörfer und Güter werden ab und an von Kiepenkerlen aufgesucht.

Regionaler und überregionaler Handel findet zudem auf dem Fialgralwa, dem Finsterbach, statt. Mit der Frühlingstrift werden im Winter geschlagene Stämme aus dem Bärnwald und dem Eibenhain gen Urkenfurt geschwemmt. Am Zusammenfluss von Auenbach und Finsterbach befindet sich eine Flößerstation der Urkentrutzer Flößervereinigung. Die angeschwemmten Stämme werden hier zu Flößen gebunden, mit diversem Gut beladen (Beispielsweise Steine aus den Steinbrüchen der Langen Klamm) und weiter bis Urkenfurt geflößt.
Kleine Lastboote (Plätten genannt) verbinden neben der Brücke bei Urkenfurt die beiden Flussufer miteinander und transportieren in der Nähe von Siedlungen Menschen, Tiere und auch die Gebrauchsgüter und Nahrungsmittel, die für den täglichen Bedarf vonnöten sind, von einem Ufer zum anderen. 
In Urkenfurt befindet sich neben der Floßlände auf der flussaufwärts gelegenen Brückenseite auch ein Anleger für Plätten flussabwärts. Die Urkentrutzer Schiffergilde verlädt dort Gebrauchsgüter und Nahrungsmittel für den Weitertransport in Richtung Farnbrunn und darüber hinaus durch den Blautann bis zum Rhodenstein. Da jede Anrainerbaronie am Finsterbach über ihre eigene Schiffergilde verfügt, übernehmen am Rhodenstein die Hollerheider Schiffer den Weitertransport der Güter, die flußabwärts bis nach Brachfelde und sogar Olat transportiert werden sollen.