Landschaften, Vegetation und besondere Orte
Urkentrutz wird von drei Landschaftsräumen dominiert: einer ausgedehnten Auenlandschaft im Umland des Finsterbachs und seiner Zuflüsse, einer kargen Heidelandschaft nördlich und nordöstlich des Finsterbachs und mehrerer inselartiger Waldgebiete.
Der Fialgralwa ist die Lebensader der Baronie. Er und seine Zuflüsse machen die Weiden und Ackerflächen fruchtbar. Vorherrschend ist ein Mischwald aus Eichen, Buchen, Eschen, Ulmen, Ahorn, Tannen, Fichten und Lärchen. Gerade in den Auwäldern gibt es eine reiche Vielfalt an Sträuchern wie Haselnuss, Schlehen, Weißdorn, Holler, Kornellkirsche und vielen anderen Sträuchern, die sich auch als Nahrungslieferanten anbieten. Dazu ist der Wald- und Wiesenboden in den feuchten Auwaldgebieten Heimat vieler Kräuter und Blumen. Eine Besonderheit an der Vegetation der Baronie sind die reichen Vorkommen an Vierblättriger Einbeere, die der Schwarzen Au entlang des Bingenbachs ihren Namen gibt und sogar zur Herstellung von Marmelade verwendet wird.
Zu den landschaftlichen Besonderheiten der Baronie zählen das Flusstal des Fialgralwa mit der felsigen und zur Steingewinnung genutzten Langen Klamm, die Ausläufer des Blautanns und des Bärnwalds, die sich bis nach Urkentrutz hinein erstrecken und das sogenannte Bruchscharfeld in den Eberhöhen mit Felsformationen denen man nachsagt sie seien trollischer Herkunft.
Wälder
| Ausdehnung: | Grenzbereich der Grafschaften Bärwalde und Heldentrutz |
| Anrainerbaronien: | Urkentrutz in Bärwalde, Waldleuen und Schneehag in der Heldentrutz |
| Art des Waldes: | Mischwald (vor allem Ahorn, Buchen, Blutulmen, Fichten, Lärchen, Schwarztannen) |
| Besonderheiten: | Uralter, sagenumwobener Forst |
Zur Baronie Urkentrutz gehört der kleinste Anteil des etwa 25 Meilen durchmessenden Urwalds, der zu den Grafschaften Heldentrutz und Bärwalde gehört. Der Name rührt von den hier dominierenden Blautannen her. Das Unterholz ist so dicht, dass abseits der Wege kaum ein Durchkommen ist. Einziger wirklich benutzbarer Weg ist dabei der mitten durch den Wald führende, in der "Alten Klamm" liegende "Alte Weg" aus Baliho. Dieser ist aber durch das Wirken des Waldes inzwischen fast vollständig ungenutzt. Südlich der Straße ist das Betreten des Waldes quasi mit Selbstmord gleichzusetzen. Nicht zuletzt sorgt der Drache Islaaran dafür, dass kaum jemand nach dem Betreten wieder gesehen wird.
Der Hort des alten Höhlendrachen Islaaran soll im Blautann liegen. Er beansprucht den ganzen Wald und noch Land darüber hinaus als sein Revier. Während er im Wald südlich der "Alten Klamm" nahezu jeden Eindringling angreift, ist es nördlich der Klamm etwas ungewöhnlicher. Hier soll auch der Weidenhain der Eulenkönigin Oropheïa liegen. Allein die Hexen sollen sich im Wald ungehindert bewegen können. Seit langem ist hier einer der größten und mächtigsten Hexen-Zirkel heimisch, ehemals unter der Führung der weisen Luzelin vom Blauen Tann. Ulgirda, Tochter der Erde, lebt in einer Holzhütte im Blautann, nicht weit von Natternhag.
| Ausdehnung: | westlich des Urkenwegs, südlich des Fialgralwas |
| Anrainerbaronien: | komplett in Urkentrutz |
| Art des Waldes: | Lohwald (Eichen, Buchen, Eschen, Hasel, Sträucher) |
| Besonderheiten: | Lichter Wald geeignet für die Schweinemast, Lohrindengewinnung |
Der lichte, am Bingenbach gelegene Lohwald ist vornehmlich ein Eichen- und Hainbuchenwald, aber es kommen auch Eschen und Ulmen vor. In der Krautschicht herrschen das Wald-Bingelkraut, der Hohle Lerchensporn und Giersch vor. Dazwischen finden sich viele seltenere Arten wie die Vierblättrige Schwarze Einbeere oder der Gefleckte Aronstab. In einigen Teilen gibt es eine dichte, artenreiche Strauchschicht mit Schlehe, Weißdorn, Haselnuss, Pfaffenhütchen und Seidelbast.
Die verschiedenen Pflanzenarten locken zahlreiche Schmetterlingsarten an. Unter ihnen dominieren die Nachtfalter wie der Liguster-Schwärmer und die Rosen-Eule. Holzpilze wie der Flache Lackporling nutzen das reiche Totholzangebot.
Wirtschaftliche Nutzung: Zum einen wird dort Lohrinde gewonnen. Dabei handelt es sich um die Rinde junger Eichen, die man zum Gerben von Tierhäuten benötigt. Zudem nutzten die umliegenden Güter den Wald als Weide für ihre Haustiere, vor allem Schweine, selten Rinder. Die abgefallenen Blätter am Waldboden dienten ihnen als Einstreu für die Viehställe. Daneben dient die Lohe der Holzgewinnung und dem Sammeln von Reisig und Feuerholz.
Oberwaldiger Forst
| Ausdehnung: | östlich des Eberbachs, südlich des Fialgralwas und der Langen Klamm |
| Anrainerbaronien: | komplett in Urkentrutz |
| Art des Waldes: | Mischwald (Eichen, Buchen, Eschen, Föhren, Tannen, Fichten) |
| Besonderheiten: | klassischer Nutz- und Jagdwald |
Der Oberwaldiger Forst besteht aus einem größeren, namengebenden Waldstück und zwei weiteren, kleineren Wäldchen, dem Ärö-Hain und dem Eschenholz. Alle drei Wälder sind Mischwälder, die reich an Niederwild sind.
Eibenhain
| Ausdehnung: | Nördlich des Fialgralwas auf beiden Seiten der Baroniegrenze Urkentrutz/Pallingen |
| Anrainerbaronien: | Baronie Urkentrutz (1/3), Baronie Herzoglich Pallingen (2/3) |
| Art des Waldes: | lichter Mischwald |
| Besonderheiten: | Der Auenbach entspringt im Pallinger Teil des Waldes und mündet dann in Urkentrutz in den Fialgralwa. Die Elfensiedlung Shiasala ist der Wohnort der elfischen Sippe der Einhornrufer. |
In diesem lichten Mischwald, den sich die Baronien Herzoglich Pallingen und Urkentrutz teilen, entspringt der Auenbach. Am diesem befindet sich die Elfensiedlung Shiasala, der Wohnort der elfischen Sippe der Einhornrufer. Sie liegt im Pallinger Teil des Eibenhains. Die Urkentrutzer Bewohner der Güter "Eibengrund" und "Kardenbrache" halten respektvoll Abstand zu den Elfen.
Natternhag
| Ausdehnung: | Nördlich des Fialgralwa, östlich des Blautanns |
| Anrainerbaronien: | komplett in Urkentrutz |
| Art des Waldes: | Mischwald mit reichem Farnbewuchs |
| Besonderheiten: | ein besonderes Vorkommen von Nattern in diesem Wäldchen am Finsterbach |
Der kleine, tiefgrüne und feuchte Mischwald ist bekannt für sein Vorkommen an den ungiftigen und unscheinbaren Urkentrutzer Waldnattern. Die Legende sagt, dass einst eine Weise Frau aus der Schwesternschaft des Wissens in diesem Ausläufer des Blautanns lebte und die Nattern züchtete.
Urkentrutzer Tann
| Ausdehnung: | südlich des Fialgralwas nahe des Hauptortes Urkenfurt |
| Anrainerbaronien: | komplett in Urkentrutz |
| Art des Waldes: | Nutzwald mit hohem Nadelwaldanteil (Tannen, Fichten, Lärchen) |
| Besonderheiten: | Der Urkentrutzer Tann ist ein typischer Nutzwald. Hier gewinnen die Barone von Urkentrutz ihr Bauholz. |
Wuidsenwoid
| Ausdehnung: | südlich des Fialgralwas und entlang des Eberbachs |
| Anrainerbaronien: | komplett in Urkentrutz |
| Art des Waldes: | Mischwald (Tannen, Fichten, Lärchen, Buchen, Eichen) |
| Besonderheiten: | Einzelne Waldinseln, Waldgebiete, viele Wildschweine |
Bôrghain
| Ausdehnung: | Zentrales Bärwalde; etwa 30 Meilen an der längsten Stelle und 15 Meilen an der breitesten. Nur ein kleiner Teil des Waldgebietes liegt in Urkentrutz. |
| Anrainerbaronien: | Moosgrund, Pallingen, Hollerheide, Urkentrutz |
| Art des Waldes: | Lichter Mischwald mit alten Bäumen und reichem Wildbestand, vor allem an Rotwild. Der freundliche, sonnengrüne Wald wird vornehmlich aus Waldkiefern gebildet, in dem sich aber auch viele Buchen, Eichen und Birken finden. Immer wieder trifft man auf sandige Hügel, kleinere Moorseen und verkrautete Flächen, bevor der Wald langsam in die Lenzwiesen in Hollergrund und die Queckinger Heide in Urkentrutz übergeht. |
| Besonderheiten: | Es geht die Sage um, dass in dem Wald ein kapitaler weißer Hirsch lebt, der weithin nur der Fahle genannt wird. Man sagt, dass er sich in jeder Generation ein einziges Mal mit der besten Jägerin oder dem kundigsten Waidmann seiner Zeit messen würde. Und wenngleich so mancher den Fahlen gesichtet haben will, so gibt es nur eine Handvoll Lebender, die auf die Pirsch nach ihm gegangen sind und dem Tier tatsächlich leibhaftig gegenüber gestanden haben. |
Flüsse und Bäche
Der Finsterbach (Fialgralwa)
| Quelle & Mündung: | Bärnwald & Neunaugensee | |
| Anrainerbaronien: | Pallingen, Urkentrutz, Hollerheide und Brachfelde in Bärwalde, Reichsend, Schneehag und Waldleuen in der Heldentrutz | |
| Neben-/Zuflüsse: |
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| Brücken: | Brücken bei Beonfirn und Urkenfurt, Alte Furt bei Altenfurten | |
| Häfen: | Anleger in Urkenfurt für Lastkähne (Plätten) und Floßlände der Finsterbachflößer | |
| Besonderheiten: | Grenzfluss zwischen der Heldentrutz und Bärwalde, Fialgralwa-Schale, Lange Klamm, Mühle bei Urkenfurt |
Der Finsterbach, von den Einheimischen respektvoll "Fialgralwa" genannt, ist die Lebensader der Baronie. In Herzoglich Pallingen liegt die Quelle des reißenden Flusses, der sich in das anstehende Gestein eine tiefe Schlucht, die Lange Klamm, gegraben hat. Zahllose Strudel und Gumpen bildend durchströmt der Fialgralwa die Lange Klamm, um sich dann kurz vor Urkenfurt von seinem steinernen Korsett befreit und von diversen Bächen gespeist, auszubreiten. Die Anwohner des Finsterbaches verehren in "Fialgralwa" ein numinoses Naturwesen, dem man in Urkenfurt einen Schrein zur respektvollen Verehrung geschaffen hat. Diese Verehrung ist durchaus zwiespältig: zum einen liebt man seinen Fluss, von und mit dem man lebt, mit all seinen fruchtbaren Eigenschaften, zum anderen aber fürchtet man seine zerstörerische Seite, die sich vor allem im Frühjahr und nach ausgiebigen Regenschauern zeigt. Die Frühjahrsschwemme nutzen die Urkentrutzer für die sogenannte "Frühlingstrift". Dabei wird das Wasser des Auenbachs und des Oberlaufs des Fialgralwa aufgestaut und die im Winter geschlagenen Stämme aus dem Bärnwald und dem Eibenhain werden im Schwall flussabwärts getriftet. An der Einmündung des Auenbachs in den Finsterbach ist eine Flößerstation der Urkentrutzer Finsterbachflößer. Dort werden die Stämme aus dem Wasser geholt und zu Flößen gebunden. Mit Waren beladen erreichen sie dann die Floßlände in Urkenfurt.
Die Krumme
Die Krumme entspringt im Ifirnstann in der Baronie Hollerheide. Ihren Namen hat sie von ihrem kurvenreichen Verlauf in Richtung Süden. Bei Lehde überwindet sie die Baroniegrenze nach Urkentrutz und schlängelt sich dort weiter in einem Tal durch die Heidelandschaft. Die Orte Queckingen und Kardenbrache liegen an der Krumme, die auf ihrem gesamten Verlauf vom Heckentritt, einem Weg, der in der Hollerheide noch ein leidlich nutzbarer Karrenweg ist, in Urkentrutz aber weniger frequentiert wird und deshalb schmaler und schlechter gepflegt ist. Ab Queckingen wird der Heckentritt zum Trampelpfad, der letztlich, vor der Mündung der Krumme in den Finsterbach, auf den Karrenweg nach Pallingen trifft.
Im Mündungsbereich muss die Krumme eine Geländestufe überwinden. Das tut sie in einem "Krumme Klamm" genannten Felseinschnitt durch den sich das Wasser in kleineren und größeren Kaskaden mit türkisfarbenen Gumpen seinen Weg zum Finsterbach sucht.
Der Bingenbach
Die Quelle des Bingenbachs liegt in der Baronie Kaiserlich Blaubinge. Dort entspringt er im Dûrenwald und windet sich dann in zahllosen Kurven Richtung Norden, ein Stück an der Grenze zur Baronie Waldleuen entlang. Beim Binger Wald erreicht er die Baronie Urkentrutz. Entlang des Bingenbaches breitet sich im südlichen Urkentrutz die Schwarze Au aus, ein Auwaldgebiet mit einem großen Vorkommen an Vierblättriger Einbeere und Schilfgras mit schwarzen Rohrkolben. Westlich von Urkenfurt mündet der Bingenbach in den Fialgralwa. Beim Dorf Schwarze Au steht eine Mühle.
Der Eberbach
Auch der Eberbach entspringt südlich des Fialgralwas im Bärnwald. Die Quelle liegt in der Pfalzgrafschaft Bibergau. In der Nähe der vermutlich namengebenden Eberhöhen wechselt der Bach in die Baronie Urkentrutz. Er durchströmt den waldreichen Südosten von Urkentrutz und mündet am Ende der Langen Klamm bei Urkenfurt in den Finsterbach. Am Unterlauf des Baches steht eine Mühle, die vor allem die Bewohner von des Hauptortes mit Mehl versorgt.
Der Auenbach
Die Quelle des Auenbaches liegt in der Baronie Gräflich Pallingen. An seinem Oberlauf im Bereich des Eibenhains siedeln Elfen der Einhornrufer-Sippe. Dort wo der fischreiche Auenbach die Baroniegrenze nach Urkentrutz überschreitet beginnt man ihn für die Fischzucht zu nutzen. Der Auenbach mündet am Beginn der Langen Klamm in den Finsterbach.
Besondere Orte in Urkentrutz
Die Lange Klamm
Der reißende Finsterbach hat sich in seinem Oberlauf (ab der Einmündung des Auerbachs) tief in das anstehende Gestein eingeschnitten und eine felsige Klamm gebildet. In dieser windet sich der muntere Fialgralwa in Strudeln und Gumpen zwischen den felsigen Ufern dem Hauptort der Baronie Urkentrutz entgegen. Im Verlauf der Langen Klamm gibt es mehrere Steinbrüche in denen Gneis und Schiefer als Baumaterial gewonnen und auf Flössen gen Urkenfurt transportiert wird. Der schmale Pfad, der sich am Steilhang der Langen Klamm entlangschlängelt, wird nicht selten bei Regen unterspült. Murenabgänge sind gerade in den regenreichen Monden an der Tagesordnung.
Kurz vor dem Ende der Langen Klamm mündet die Krumme mit einem "Krumme Klamm" genannten Felseinschnitt, bei dem das Wasser der Krumme in Kaskaden über mehrere Geländestufen das Flussniveau erreicht, in den Fialgralwa.
Das Bruchscharfeld
Auf einer der Erhebungen der Eberhöhen, die die Grenze zwischen den Baronien Urkentrutz und Herzoglich Blaubinge bilden, liegen eigentümliche Felsformationen von denen man sagt, sie seien trollsche Mauerreste. Die monumentalen Mauertrümmer zeugen vom baumeisterlichen Können und der besonderen Beziehung der Bergschrate zu Fels und Stein. Sagen und Legenden ragen sich um die Mauerreste, doch wird wohl niemand in der Lage sein, den Wahrheitsgehalt zu überprüfen.