Wahlspruch: Cor durum hosti! (bosp.: (Zeig ein) Steinern Herz dem Feind!)
Wappen: Auf Hermelin eine weiß-rot besäumte halbe Spitze in schwarz, belegt mit einer goldenen Hirschstange

Gründung: Altvorderenzeit (In den dunklen Zeiten)
Oberhaupt: Harger Corrhenstein von Hirschenheide
Verbreitung: Grafschaft Bärwalde, Rommilyser Mark
Kurzprofil: Altes Weidener Adelsgeschlecht, das sich einer langen Rittertradition rühmt und für Eigensinn, Dünkelhaftigkeit und bisweilen gar Skrupellosigkeit bekannt ist.

Familie Corrhenstein - Die Dünkeligen

Die Corrhensteins sind eine Familie, die um ihre lange Geschichte weiß und daraus ihr, teilweise, übergroßes Selbstbewusstsein schöpft. Auch wenn es kaum schriftliche Quellen gibt, weiß die Familie, dass Ihre Stammmutter Ullodia vom steinernen Herzen in Altvorderer Zeit lebte und das Geschlecht begründete. Gleichsam mit der Muttermilch saugen Corrhensteiner auf, dass sie schon länger auf diesem Land leben, es bewirtschaften und verteidigen, als es die Grafschaft Bärwalde überhaupt gibt. Folgerichtig ist der eine oder andere Corrhensteiner bisweilen auch nur schwer davon zu überzeugen, dass die Bärwaldener Gräfin auf ihrem Thron – stehe er nun in Olat oder in Pallingen – den richtigen Schwerpunkt setzt.
Corrhensteiner sind, neben dünkelhaft, stur, konservativ und dem Land auf dem sie leben verbunden. Sofern die Anlagen vorhanden sind, schlagen die meisten Familienangehörigen den Weg des Rittertums ein. Dabei leben sie eine althergebrachte Form des Rittertums und die damit einhergehenden Tugenden, die firunischen vornweg. Jagd und Hege sind für die alte Familie Privileg und Verpflichtung und die meisten Corrhensteiner sind leidenschaftliche Waidfrauen und -männer. Die besten unter ihnen kombinieren rondrianische mit firunischen Tugenden und reifen zu geschätzten Kundschaftern in schwierigem Terrain. Auch Götterdiener bringt das Geschlecht regelmäßig hervor. Meist beschreiten diesen den Weg der Löwin, seltener den des Winterherrn oder seiner Tochter. Die wenigen Familienangehörigen, die nicht für Krieg und Kampf taugen, werden Jagdmeister oder dienen an Adelshöfen.
Als Vasallen sind sie treu, bleiben aber eigensinnig und selbstbewusst. „Immer besser einen Corrhensteiner zu bitten, als ihm zu befehlen!“ wird Baron Malepartus von Weiden zur Hollerheider auch heute noch gerne zitiert. Bis auf den heutigen Tag eilt den Corrhensteinern der Ruf voraus, bisweilen hartherzige Zeitgenossen zu sein, deren Handeln gerade dann ins Skrupellose abdriften kann, wenn das eigene Wohl, Vermögen oder Leben bedroht ist. Nachgerade beruhigend ist es da, dass die wenigen, besonders skrupellosen Corrhensteins sich in letzter Konsequenz bislang immer verhoben haben und „in der eigenen Grube umkamen“.

Stammsitz:
Junkergut Hirschenheide in der Baronie Hollerheide, Grafschaft Bärwalde. Gelegen im Nordosten der Baronie, angrenzend an den Ifirnstann im Norden und Bocksberg mit Theabrannt (Moosgrund) im Osten.

Herzbaum:
Eiche

Schutzpatron:
Rondra & Firun

Einfluss:
Gering bis ansehnlich

Zusammenhalt:
weniger eng

Lehen und Besitzungen:
Junkergut Hirschenheide in der Baronie Hollerheide, Grafschaft Bärwalde
Mutmaßlich ein weiteres Gut in der Rommliyser Mark (Seitenlinie)

Familiengeschichte

Um 526 v.BF wurde die sturmumtoste Heidelandschaft westlich des Fialgralwas – der späteren Hollerheide – erstmals in die strategischen Überlegungen des jungen Königs Isegrein einbezogen. Wiederholt entsandte er seine Reiter in die Styrmhîd, denen bald – vor allem rondrianisch gesinnte – Siedler folgten. Der Kampf gegen Natur und Schwarzpelze formte einen harten, streitbaren Menschenschlag. Dennoch gelang es den Menschen kaum, dauerhaft ihre Oberhoheit zu behaupten. Erst um 402 v.BF konnte ein entscheidender Sieg an der ‘Dîstelig-hoîh’ (dem heutigen Distelstein) erfochten und Herzogin Undra der Klugen (428-392 v. BF) gemeldet werden. In der Folge erhob die Herzogin einige der Streiter, die sich im Streit mit den Orks besonders hervorgetan hatten, zu Rittern. Darunter auch Ullodia Grollenstein, von der es hieß, sie habe „ein zwîfach Herz: ausz unerbittlich Stîn gegen den Fînd, aber grosz unt wît für den Freund.“ Mit Ihrem Wappen bekam sie den Adelsnamen Corrhenstein, in dem Herz (bosp.: Cor) und Stein auf gewohnt hemdsärmelige Weise kombiniert wurden. Als Ullodia vom steinernen Herzen ging sie in die Annalen der Familie ein, die sie begründete. Sie gilt bis heute als Streiterin, die der Ork fürchtete, während die Verbündeten sie liebten und damit als Idealbild einer Weidener Ritterin.

Als die Menschen der Sturmhîd um 392 BF das Land um die Dîstelig-hoîh aufgeben mussten und sich in den Norden der Heide zurückzogen, war darunter auch Ullodia und es heißt – freilich ohne jeden schriftlichen Beweis – sie habe den Grundstein des Stammgutes der Corrhensteiner von eigener Hand gelegt. Für diese Erzählung spricht, dass die Corrhensteiner fortan als mit den Ausläufern des Ifirnstanns verbunden galten und häufig ein gutes Auskommen mit den dortigen Waldschraten fanden. Gerade Letzteres sicherte ihre Position auch in den Zeiten, da rondrianisch gesinnte Adelige es in der, unterdessen Hollerheide genannten, Baronie schwer hatten.

Der Name Corrhenstein wurde erst weitläufig bekannt, als Dragosch Corrhenstein von Sichelhofen die Bühne betrat. Dieser entstammte einem Seitenzweig der Familie, die das Gut Sichelhofen in Zweimühlen Zwerch zum Lehen hatten. Dragosch gehörte zum Kreis jener Gläubigen, die sich um Schwertbruder Emmeran Èrian von Trallop sammelten, als dieser den Orden zur Wahrung gründete. Im Zuge dessen wurden auch Dragoschs Bande nach Hirschensprung enger. Er war ein häufiger und gern gesehener Gast des damals amtierenden Junkers Harger Ramgar Corrhenstein von Hirschenheide, allzumal nachdem der Orden zur Wahrung nach Rhodenstein übergesiedelt war. Nach seiner Weihe zum Rondrageweihten stieg er als Dragosch Aldewîn von Sichelhofen rasch im noch jungen Orden auf und wurde 1010 BF gar Abtmarschall der Wahrer. Doch damit war sein Aufstieg keinesfalls beendet: Am 28. Hesinde 1014 BF erklommt er die höchste derische Stufe seiner Kirche und wurde zum Schwert der Schwerter erhoben, nachdem sein Vorgänger einem feigen Attentat zum Opfer gefallen war.
Für die Familie Corrhenstein bedeutete dies nie gekannten Ruhm und insbesondere Junker Harger war ein stolzer Getreuer des nun erhabenen Neffen. Aus Dank für die Loyalität des Onkels und für frühere Gastfreundschaft stiftete der Patriarch persönlich dem Wappen der Corrhensteins seine jüngste Ergänzung: den weiß-roten Saum der halben, schwarzen Spitze, der weithin von der Rondratreue der altvorderen Familie künden sollte.
Bald jedoch wurde offenbar, dass Herr Dragosch gelogen und betrogen, sowie Orden und Kirche schlecht geführt hatte. Er fiel schon im Hesinde 1016 BF in Schande und auch dies färbte auf die Familie ab. Zumindest von außerhalb Weidens. Im Herzogtum hat Herr Dragosch bis auf den heutigen Tag Anhänger, die voller Nostalgie an die Wohltaten erinnern, die er über Weiden gebracht hat. Zu seinen treuesten Parteigängern gehört nach wie vor Junker Harger, der auch als Greis noch voll des Lobes für „den jungen Sichelhofener“ ist.
Mit seiner Inthronisierung als Baron der Hollerheide berief Lanzelund von Weiden-Harlburg 1031 BF Tarnelia Corrhenstein, die jüngste Tochter des Junkers von Hirschenheide, zur Forst- und Heidevögtin der Baronie. Seit 1041 BF führt Hargers Tochter Rutgard Ulfhild Corrhenstein von Hirschenheide das Lehen. Sie ist eine solide Ritterin, vor allem aber eine versierte Jägerin und Vertreterin leiserer Töne. Ihr Bestreben ist es, die Familie aus dem Schatten Dragoschs zu führen und dies tut sie geräuscharm und mit einigem Geschick. Die Bande zum Baron der Hollerheider sind unterdessen fester als in Hargers Ägide und so blickt die uralte Familie zuversichtlich in die Zukunft.


Familienangehörige

Lebende:

  • Harger Ramgar Corrhenstein von Hirschenheide (*971 BF) Ritter und Junker von Hirschenheide, Gemahlin XX von Rauheneck (*XX BF)
    • Rutgard Ulfhild Corrhenstein von Hirschenheide (*993 BF) Erbin des Junkergutes, Ritterin, seit 1016 BF vermählt mit Drifold von Grîngelbaum (*990 BF)
      • Luten Heilwig Corrhenstein von Hirschenheide (*1017 BF), Ritter Weidens und der Wahrung
      • Ursina Rondhild Corrhenstein von Hirschenheide oder von Grîngelbaum (*1020 BF)

    • Rondrymir Corrhenstein von Hirschenheide (*995 BF - Blutmond), Rondrageweihter auf dem Rhodenstein, seinen Geburtsname Eginhard Grimgorn legte er mit seiner Weihe ab.

    • Tarnelia Firella Corrhenstein von Hirschenheide (*1000 BF), Ritterin, Forst- und Heidevögtin der Baronie Hollerheide, schon unter Tobor.

  • Dorntrud Rinelda Corrhenstein von Hirschenheide (*975 BF …) ist eine unterdessen verwitwete Edeldame, die mit einem Ministerialen aus Trallop vermählt war.
    • Inghild Ostara Corrhenstein von Hirschenheide (*996 BF) Erstgeborene Dorntruds. Ritterin (Ministeriale in Trallop), seit 1020 BF vermählt mit Yanrad von Nimerfro, einem Adligen aus Kaiserlich Sichelgau.
      • Drachsam Corrhenstein von Nimerfro (*Hes. 1020 BF), Ritter
      • Wolfgard Corrhenstein von Nimerfro (*1022 BF), Ritterin
      • Udilmir Corrhenstein von Nimerfro (*1025 BF)
      • Ingdis Corrhenstein von Nimerfro (*1027 BF)

  • Ludolf Trautmar Corrhenstein von Hirschenheide (*999 BF) fahrender Ritter