Olat & Gräflich Pallingen, Rahja 1039 BF (aus Fantholi 41, Autor dl)

Seit Langem schwelt der Streit zwischen den Familien Pallingen und Haffstein. Die erstere gebot einst über das gleichnamige Lehen in der Grafschaft Bärwalde, das Amt des Vogts wird aber seit gut 80 Götterläufen von den Haffsteins ausgefüllt. In den vergangenen Monden war es nun ausgerechnet die Erbin der Bärwaldener Grafenkrone, Griseldis von Pallingen, die den Pallinger Vogt Geiserich von Haffstein zeihte, seine Finger bei den Geschehnissen rund um den Giftanschlag auf Gräfin Walderia im Spiel gehabt zu haben. Sie konnte jedoch keine Beweise gegen den Mann vorbringen, der das Lehen auch in schwierigen Zeiten stets sicher führte.

Der Inquisitionsrat Weidens, Patras Welzelbogen, fand in Ermittlungen ebenfalls keine Anhaltspunkte für eine Verwicklung des Haffsteiners, und so kehrte letztlich wieder Ruhe ein. 

Dies scheint jedoch nur oberflächlich der Fall gewesen zu sein, denn wie sich nun herausstellt, hat Frau Griseldis’ jüngerer Bruder Kunrad die Spur weiterverfolgt. Kürzlich stellte er einen Drahtzieher und erschlug ihn im Zweikampf. Der junge Pallinger suchte offenbar nach den Männern, die 1037 BF einen gräflichen Boten ermordeten und ein gefälschtes Testament in Umlauf brachten, um die Einsetzung Griseldis’ als Erbin der Gräfin zu verhindern. Den Auftraggeber der Mörder fand er im Ritter Waldemort von Kräheneck zu Wulfengrab, der als harter Vollstrecker des Pallinger Vogts galt und stets eingesetzt wurde, wenn ein starker Schwertarm vonnöten war. Herr Kunrad soll Herrn Waldemort mit seinen Beweisen konfrontiert und ihn zu einem Zweikampf gefordert haben, den er nach hartem Ringen schwer verwundet für sich entscheiden konnte. Danach offenbarte sich das finstere Spiel seines Kontrahenten: Es scheint, als habe der Ritter das Vertrauen seines Vogts missbraucht, um den Konflikt zwischen Haffsteinern und Pallingern zu schüren und hernach selbst als Vogt eingesetzt zu werden.

Zur Erinnerung: In dem gefälschten Testament wurde Wilimai von Haffstein, eine Großnichte des Herrn Geiserich, als Erbin Walderias benannt, was den Verdacht auf ihn lenkte. Dies scheint der ganze Plan Herrn Waldemorts gewesen zu sein, denn Hinweise darauf, dass er auch etwas mit dem Anschlag auf Frau Walderia zu tun hatte, gibt es nicht. So drängt sich der traurige Verdacht auf, dass in jenen Tagen verschiedene Gruppen unabhängig voneinander ihre Intrigen sponnen.

Nachdem der Verrat seines Ritters bekannt wurde, reiste Vogt Geiserich sogleich nach Olat. Beschämt soll er der Gräfin sein Amt angeboten haben. Nicht ohne ihr zuvor den noch ans Krankenlager gefesselten Herrn Kunrad als neuen Ritter zu Wulfengrab empfohlen zu haben. Während Frau Walderia Letzterem gern entsprach, soll sie Ersteres rundheraus abgelehnt haben. Der Haffsteiner wird ihr weiter als Vogt dienen. Ob der alte Streit in Pallingen damit ein Ende finden kann, wird sich zeigen.