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Einstürzende Kartenhäuser
Burg Schwarzenstein, Ingerimm 1033 BF
"Was?!" rief Dädalon verdutzt.
"Ja, ja", bestätigte Thûan. "Ich war darüber bestimmt nicht minder erstaunt als du jetzt. Diese plötzliche Eröffnung kam damals mehr als überraschend für mich. Also durfte Herdan mir weiter Rede und Antwort stehen und mir auch diese Geschichte erzählen. Nun, du kennst ja Herdan, der redet immer recht viel und kam nebenbei mit dem Fälscher ins Gespräch. Dessen Zunge war sicherlich auch vom Alkohol gelockert, denn er brüstete sich mit etlichen Fälschungen, die er schon angefertigt hätte und die niemals aufgeflogen waren. Er hatte sogar Duplikate von wichtigen Schreiben angefertigt, von denen er Herdan einige zeigte – sicherlich nur um damit vor ihm anzugeben. Wie gesagt, Herdan kann zwar nicht lesen, aber er kennt etliche Wappen, und als er das Siegel derer von Buchenbruch erkannte, fragte er nach. Aarfold erklärte ihm, dass das Terkols Geständnis am Mord an einem herzoglich-weidener Herold sei, und lachte dann so heftig, dass er einen Hustenanfall bekam. Dabei, so erklärte er weiter, wäre es der Drôlenhorster Fenn gewesen, der den Herold durch gedungene Mörder beseitigt habe und der auch dieses Geständnis Terkols bei ihm beauftragt hatte. Das Duplikat hätte Aarfold gemacht, falls Fenn auf irgendwelche dummen Gedanken käme, denn er würde den Räuberbaron noch von früher kennen und wusste, wie hinterhältig der sein konnte."
"Habt ihr das alles nicht gleich der Herzogin gesagt?", wollte Dädalon wissen.
"Nein, ich wollte mir selbst letzte Gewissheit verschaffen, bevor ich jemanden beschuldige. Auch wenn ich persönlich schon fest überzeugt davon war, dass diese Sache der Wahrheit entsprach. Ich musste sowieso mal wieder auf die Bärenburg nach Trallop, mich um die herzoglichen Getränkevorräte kümmern, und bis Baliho war es von da aus ja nicht mehr allzu weit."
"Und", wollte Dädalon wissen, "war es tatsächlich eine genaue Abschrift des besagten Geständnisses?"
"Tja", der Baron zuckte mit den Schultern, "leider hielt ich mich drei Tage in Trallop auf, bevor ich die Reichsstraße hinunter weiter nach Baliho ritt. Wäre ich ohne Aufenthalt sofort geritten, hätte ich diese Abschrift vielleicht noch bekommen können, so aber war es halt Pech. Herdan – der war natürlich mitgekommen, ebenso wie Jana und Mantissa – brauchte mehrere Anläufe, bis er seinen damaligen Weg durch die Gassen wiederfand. Immerhin schaffte er es letztlich und wir standen in dem Hinterhof vor der Fälscherwerkstatt – zumindest vor dem, was davon noch übriggeblieben war. Die Hinterhofhütte war zwei Nächte zuvor komplett niedergebrannt. Alles war ein Raub der Flammen geworden, selbst die Bodenbalken waren zu Holzkohle zerfallen. Bei den Metallteilen ließ sich zwar noch erkennen, was es wohl einst gewesen sein mochte, von Pergamenten oder Siegelwachs hingegen war keine Spur mehr zu entdecken, da war nichts mehr von übrig.
Die Nachbarn vermuteten, dass Aarfold mal wieder betrunken gewesen sei und im Suff wohl ein Licht umgestoßen hatte, ohne es zu bemerken, und dann eingeschlafen war. Da die Hütte eh nicht mehr zu retten gewesen war, als das Feuer bemerkt wurde, versuchte man nur noch mit aller Kraft, ein Übergreifen der Flammen auf die anderen Gebäude zu verhindern und ließ Aarfolds Hütte einfach niederbrennen. Erst am Morgen des Tages, an dem wir in Baliho eingetroffen waren, hatte man dann die Überreste Aarfolds aus dem erkalteten Haufen aus Schutt und Asche geborgen und den Boroni übergeben.
Zuerst habe ich noch auf einen versteckten Keller gehofft, aber die Hütte besaß keinen Keller, ansonsten hätten meine Leute und ich den Zugang bestimmt gefunden. Aber so ... Keine Abschrift und auch kein Aarfold, den man noch hätte befragen können. Und damit auch kein Beweis mehr gegen Fenn. Aber was soll’s. Nun hat ihn letztlich doch die gerechte Strafe für sein Tun ereilt – und Retons Waage ist unbestechlich, da windet Fenn sich nicht mehr heraus."
"Ja, ja", bestätigte Thûan. "Ich war darüber bestimmt nicht minder erstaunt als du jetzt. Diese plötzliche Eröffnung kam damals mehr als überraschend für mich. Also durfte Herdan mir weiter Rede und Antwort stehen und mir auch diese Geschichte erzählen. Nun, du kennst ja Herdan, der redet immer recht viel und kam nebenbei mit dem Fälscher ins Gespräch. Dessen Zunge war sicherlich auch vom Alkohol gelockert, denn er brüstete sich mit etlichen Fälschungen, die er schon angefertigt hätte und die niemals aufgeflogen waren. Er hatte sogar Duplikate von wichtigen Schreiben angefertigt, von denen er Herdan einige zeigte – sicherlich nur um damit vor ihm anzugeben. Wie gesagt, Herdan kann zwar nicht lesen, aber er kennt etliche Wappen, und als er das Siegel derer von Buchenbruch erkannte, fragte er nach. Aarfold erklärte ihm, dass das Terkols Geständnis am Mord an einem herzoglich-weidener Herold sei, und lachte dann so heftig, dass er einen Hustenanfall bekam. Dabei, so erklärte er weiter, wäre es der Drôlenhorster Fenn gewesen, der den Herold durch gedungene Mörder beseitigt habe und der auch dieses Geständnis Terkols bei ihm beauftragt hatte. Das Duplikat hätte Aarfold gemacht, falls Fenn auf irgendwelche dummen Gedanken käme, denn er würde den Räuberbaron noch von früher kennen und wusste, wie hinterhältig der sein konnte."
"Habt ihr das alles nicht gleich der Herzogin gesagt?", wollte Dädalon wissen.
"Nein, ich wollte mir selbst letzte Gewissheit verschaffen, bevor ich jemanden beschuldige. Auch wenn ich persönlich schon fest überzeugt davon war, dass diese Sache der Wahrheit entsprach. Ich musste sowieso mal wieder auf die Bärenburg nach Trallop, mich um die herzoglichen Getränkevorräte kümmern, und bis Baliho war es von da aus ja nicht mehr allzu weit."
"Und", wollte Dädalon wissen, "war es tatsächlich eine genaue Abschrift des besagten Geständnisses?"
"Tja", der Baron zuckte mit den Schultern, "leider hielt ich mich drei Tage in Trallop auf, bevor ich die Reichsstraße hinunter weiter nach Baliho ritt. Wäre ich ohne Aufenthalt sofort geritten, hätte ich diese Abschrift vielleicht noch bekommen können, so aber war es halt Pech. Herdan – der war natürlich mitgekommen, ebenso wie Jana und Mantissa – brauchte mehrere Anläufe, bis er seinen damaligen Weg durch die Gassen wiederfand. Immerhin schaffte er es letztlich und wir standen in dem Hinterhof vor der Fälscherwerkstatt – zumindest vor dem, was davon noch übriggeblieben war. Die Hinterhofhütte war zwei Nächte zuvor komplett niedergebrannt. Alles war ein Raub der Flammen geworden, selbst die Bodenbalken waren zu Holzkohle zerfallen. Bei den Metallteilen ließ sich zwar noch erkennen, was es wohl einst gewesen sein mochte, von Pergamenten oder Siegelwachs hingegen war keine Spur mehr zu entdecken, da war nichts mehr von übrig.
Die Nachbarn vermuteten, dass Aarfold mal wieder betrunken gewesen sei und im Suff wohl ein Licht umgestoßen hatte, ohne es zu bemerken, und dann eingeschlafen war. Da die Hütte eh nicht mehr zu retten gewesen war, als das Feuer bemerkt wurde, versuchte man nur noch mit aller Kraft, ein Übergreifen der Flammen auf die anderen Gebäude zu verhindern und ließ Aarfolds Hütte einfach niederbrennen. Erst am Morgen des Tages, an dem wir in Baliho eingetroffen waren, hatte man dann die Überreste Aarfolds aus dem erkalteten Haufen aus Schutt und Asche geborgen und den Boroni übergeben.
Zuerst habe ich noch auf einen versteckten Keller gehofft, aber die Hütte besaß keinen Keller, ansonsten hätten meine Leute und ich den Zugang bestimmt gefunden. Aber so ... Keine Abschrift und auch kein Aarfold, den man noch hätte befragen können. Und damit auch kein Beweis mehr gegen Fenn. Aber was soll’s. Nun hat ihn letztlich doch die gerechte Strafe für sein Tun ereilt – und Retons Waage ist unbestechlich, da windet Fenn sich nicht mehr heraus."
-hjk-