Die Kleidung der Weidener ist zumeist wettertauglich und praktisch. Bei Männern und Frauen sind die Unterschiede gering, zumal Röcke eher unüblich und fast ausschließlich Teil des Festtagsstaates sind.

Die Bruche, eine gewickelte, kurze Unterhose ist allgegenwärtig. Die als Obergewänder bevorzugten Tuniken unterscheiden sich – dem Stand des jeweiligen Trägers entsprechend – nicht nur hinsichtlich des Materials und der Verarbeitung, sondern vor allem auch in ihrer Länge.

Bei den einfachen Leuten sind sie meist knielang und werden bei der Arbeit in den Gürtel hochgesteckt, während der Adel und die Stadtbürger sich in hüftlange Tuniken kleiden oder in solche, die bis zur Mitte des Oberschenkels reichen.
Angehörige höherer Stände tragen zudem noch eine Schecke (eine kurze Jacke) oder Cotta (auch Kittel, ein langärmliges Schlupfkleid, von beiden Geschlechtern getragen).
 
Häufiger als Hosen sind Beinlinge zu sehen, die an einem Gürtel oder Strick festgenestelt werden. Personen, die höhere Ämter innehaben, greifen darüber hinaus gern zu Roben.
 
Gegen die für Weiden typische steife Brise bewährt sich eine gute Kopfbedeckung. Auf dem Lande sieht man deshalb oftmals Gugel und Strohhut in vielen Formen, während in Städten bei den Männern Filzhüte vorherrschen und die Frauen Kopftücher, Hauben und Haarnetze tragen.
Barhäuptig sind ausschließlich Unverheiratete und mitunter auch Adlige anzutreffen. Ob des unbeständigen Wetters greift man ferner zu wollenen Umhängen oder gar zum Balihoer Wachsmantel – meist in Verbindung mit einem breitkrempigen Hut.
 
Ein besonderes Merkmal der Weidener Tracht ist überdies, dass jeder wehrfähige Bewohner des Herzogtums eine Waffe mit sich führt.
Die typische Waffe der Landbevölkerung ist der Hirschfänger, wiewohl auch Äxte und Speere weit verbreitet sind. Diese Bewaffnung dient der eigenen Verteidigung, was in Weiden bitter Not tut.
 
Als Fernkampfwaffe hat sich der Weidener Langbogen etabliert aber auch Schleuder und Wurfpfeile sind immer noch häufig im Einsatz.
 

Tracht, Waffen und Wehr des Adels der Weidenlande

Als die Herrin erstmals meine Wege in das mitternächtliche Herzogtum leitete, war ich noch amüsiert über die vermeintlich altertümliche Wehr der Weidener Edelleute. Den Plattenpanzer, den ich selbst trug, wähnte ich der Brünne, welche ich hier erblickte, überlegen, doch musste alsbald einsehen, dass dies Rüstzeug durchaus wohlbedacht ist. Was aber auch nicht verwundern mag, denn Rittersfrauen und -mannen sind hier wie andernorts erfahren in ihrem Kriegshandwerk und trügen wohl nichts am Leib, was ihnen nicht wohl anstehen würde.

Einleitung aus einem Bericht im Fantholi

In vielen Teilen des Reiches ist dieser Tage ja der Harnisch aus getriebenen Platten modern geworden, welcher, aufwendig auf den Leib zugeschnitten, mit seinen überlappenden Platten dem Träger Beweglichkeit und Schutz gewährt. Das Kettenhemd dagegen wird langsam zurückgedrängt und taucht zuweilen sogar als Manufakturware auf. Anders verhält es sich aber in der Mittnacht. Hier werden die Kettenhemden nach alter Väter Sitte Stück für Stück von kundiger Meisterhand gefertigt, sorgfältig auf Maß gemacht und von Generation zu Generation weitervererbt.

Sogar aus der Zeit vor den Priesterkaisern sind noch einige wenige ausgezeichnete Kettenhemden erhalten, deren Kunstfertigkeit heute lange gesucht werden muss. So verachtet man hier auch das Panzerhemd was aus gezogenem Draht gemacht ist. Zwar wird dieses schneller und einfacher gefertigt, ist aber auch aus weichem, ungehärtetem Stahle.

In den Werkstätten der Mittnacht gilt aber nach wie vor altes herzögliches Recht, dass ein Kettenhemd von Draht gemacht werden soll, welcher im Feuer geschmiedet sei, Herrn Ingerimm zum Wohlgefallen, ein jeder Ring vernietet und ein Ring mit des Meisters Namen versehen. So aber an einem Hemd der Ring brechen soll und nicht der Niet, so soll der Meister sein Geld wiedergeben. Das dies beinahe niemals geschieht, ist der ganze Stolz der Sarwürcker, wie das Handwerk des Kettenhemdmachers in Weiden geheißen wird. Da ein solcherart gefertigtes Hemd aber ein kostbarer Besitz ist, der oftmals weitergegeben wird von Generation zu Generation, wird es von den Knappen auf das Peinlichste gepflegt und wenn es nicht gebraucht wird in Fässern mit Öl gelagert, wo es vor dem Roste sicher ist. Solcherlei Hemden werden auch genau dem Träger angepaßt, Ringe entfernt oder hinzugefügt wo es nötig ist.

Für viele Götterläufe war dies ein ausreichender Schutz für die Ritter und Edelleute Weidens. Bogen und Armbrust, die andern ortens so unmäßig häufig auf dem Schlachtfeld Verwendung finden, werden in den Landen der guten Herzogin Walpurga lange Zeit recht selten eingesetzt. Ebenso galt dies für Stangenwaffen. Diese Waffen zwangen nämlich die Streiter in anderen Provinzen schon früher auf andere stärkere und kostspieligere umzusteigen. In Weiden kam dies erst verstärkt nach dem letzten Orkensturm und den Kämpfen gegen die Dunklen Horden durch. Beide setzen Bögen, Hinterlist und Stangenwaffen immer häufiger ein. Das brachte schließlich auch den letzten das die hergebrachte Wehrkleidung zu überdenken.

 

Schutz des Rumpfes

Für sehr lange Zeit bestand die Rüstung der Weidener aus einem kielangen Kettenhemd, unter dem man wattierte Beinlinge trug. Für den Kampf gegen die Rotpelze war dies stets ausreichend. Spätere Kriege vor allem aber die Kämpfe gegen die Schwarzpelze führten dazu das man auch über den Schutz der Beine nachdachte. So trug der traditionell gekleidete Rittersmann bald das Kettenhemd hüftlang mit ganzem Arm und hierzu Beinlinge von Kettengeflecht, welche den Fuß ganz umschließen. Darunter trägt man ein wattiertes Wams aus Leinen, welches aber nicht zu stark wattiert sein darf, um nicht den Träger zu behindern. Hierzu wird oft der Topfhelm getragen, neuerlich auch die Beckenhaube, die beinahe denselben Schutz bietet. Zum Topfhelm werden oftmals Scheiben dort angenestelt, wo der Helm endet, um den Hals zu schützen. Darüber wird noch ein Wappenrock getragen. Dieser dient nicht nur dazu das Wappen des Ritters zu zeigen, sondern schützt auch das Kettenhemd vor Rost. Dieser Schutz galt lange Zeit als sicher. Bis der Ork wieder und wieder nach Weiden einfiel um sein grausiges Mordwerk zu tun. Die Weidener Ritterschaft suchte nach Rüstung, die gegen Arbach, Gruufhai und Hornbogen mehr Schutz boten.

Zunächst wurde dieser Schutz vor allem an Brust und Rücken verstärkt indem das wattierte Wams stetig stärker wurde, bis es schließlich so dick war, das das Kettenzeug darüber Träger oder Trägerin zur Unbeweglichkeit verdammt hätte. Aus diesem Grund wurde zunächst angefangen über normal dickem wattierten Wams und Kettenzeug einen Gambeson zu tragen. Dieser war aber nicht wattiert, sondern aus zum Teil mehr als zwanzig Lagen feinsten Leinens und einer Lage Leder meistens vom Hirsch. Dies machte ihn so fest das man ihn kein Schwarzpelz mehr zu durchstehen vermochte. Die allerbesten Gambesons aber werden aus zweimal zwölf Lagen Leinen gemacht und widerstehen angeblich jedem Pfeil.

Wams, Kettenzeug und Gambeson, egal aus zwölf plus eine oder zwei mal zwölf Lagen sorgten allerdings erneut dafür das die Weidener Rittersleut arg unbeweglich wurden. Deshalb gingen die meisten bald dazu über über dem Kettenzeug anstatt eines Gambesons einen Lendner zu tragen. Der Lendner ist ein Harnisch aus festem, aber ungehärtetem Leder, auf dessen Innenseiten stählerne Platten genietet sind. Im Gegensatz zur Brigantine oder dem Dreilagenharnisch, wie er im Süden getragen wird, trachtet der Träger eines Lendners nicht danach einfache Kleidung vorzugaukeln. Die Platten, die zum Teil handtellergroß sind, umgeben nun den Brustkorb und Bauch des Kämpen ganz und schützen ihn vor wuchtigen Schlägen. Eine ältere Form namens Plattenrock bestand aus größeren Platten. War aber deutlich unbequemer und schützte die Brust nicht ausreichend. Deshalb war er nie sehr verbreitet.

Lendner und auch Plattenrock waren aber nie eigenständige Rüstungen. Sie werden stets als Verstärkung eines darunter getragenen Kettenhemdes oder, bei ärmeren Rittern, Gambesons getragen. Denn die Platten von Lendner und Plattenrock bedecken den Oberkörper nicht vollständig und ohne darunter getragenen Rüstung besteht sogar noch die Gefahr das ein Hieb eine Platte noch zusätzlich in die Wunde treibt.

In jüngerer Zeit ist es nun das, vor allem wohlhabende Ritter oder Hochadelige, auf Plattenrüstungen wechseln. Sei es in Form eines nur den Brustkorb schützenden Kürass. Ein Kürass mit Rückenteil und weiteren angebrachten Plattenteilen wie Armkacheln, Schwebscheiben, Diechlinge bis hin zu ganz modernen Komplettrüstungen wie z.B. der sogenannten "Garether Platte" oder des "Reiterharnisches"

 

Alles bis hier genannte trifft nahezu ausschließlich auf Adelsvolk zu. Ebenso vereinzelte Krieger mit Brief, Schwere Fußsoldaten wie die Grünröcke und einige Soldknechte mögen ähnliche oder gleiche Rüstungen tragen.

Der einfache Waffenknechte, Schildmaid oder gar Landwehrstreiter muss dagegen mit anderen auskommen. Häufig bleibt es bei einem Gambeson alleine. Zuweilen verstärkt mit Kettenwesten, Panzerjacken oder ähnlichem. Auch recht häufig verbreitet sind eine Abart der Brigantine welche, bis zu knielang, aus mehrere Lagen Leder mit dazwischen eingefügten Platten besteht. Ähnlich dem Lendner sieht man diesem Rüstungsteil auch an das es nicht versucht sich als Kleidung zu tarnen.

 

Schutz der Arme

Um sich die Beweglichkeit der Arme zu erhalten trägt man in Weiden kaum mehr Rüstung als Kettenhemd und Gambeson. Nur die empfindlichsten Stellen, wie Schulter und Ellenbogen, werden stets geschützt. Sei dies durch eine einfache runde Scheiben, die aufs Kettenhemd genestelt werden, oder durch wirkliche Plattenschultern, welche kunstvoll getrieben wurden und daher auch oft aus dem Garetischem oder Darpatischen eingeführt wurden. Auch Schienen und Zeug für den Unterarm sind beliebt. Sowohl welche gänzlich aus Stahl als auch solche aus Leder, zuweilen mit stählernen Streifen verstärkt. Das in anderen Provinzen, neben Platten und Lederzeug auch mögliche Kettenzeug ist in Weiden sehr selten da dann meistens Kettenhemden mit vollem Arm getragen werden.

 

Schutz der Beine

Gerade die Beine sind es, die der Weidener zu schützen hat. Sind doch sowohl Rot- als auch Schwarzpelze gegen die die allermeisten Kämpfe stattfinden meistens Fußkämpfer. Beide versuchen auch mit Vorliebe dem Berittenen auf die Beine zu schlagen. So begann man in der Mittnacht bereits sehr früh, die Knie zusätzlich zu schützen und heute ist kaum einer unter der Ritterschaft, der auf eine Platte oder Kachel am Knie verzichtet. Neben den bereits erwähnten Kettenbeinlingen werden oft wattierte Beinlinge über Oberschenkel gezogen und an diesen dann runde Metallscheiben befestigt. Oft dann noch Beinschienen für die Unterschenkel.

Teurer aber immer häufiger verbreitet sind allerdings inzwischen komplettes Beinzeug aus Leder oder Platten, manchmal um eine zusätzliche Scheibe fürs Knie verstärkt, die das komplette Bein schützen.

Das Fußvolk dagegen verzichtet meistens auf den Schutz der Beine zugunsten dickerer Rüstung an Rumpf oder Armen. Die die Beine schützen können und wollen greifen meistens dann zu ledernem Zeug. 

 

Helme

Der traditionelle Helm Weidens ist der Topfhelm, der, obwohl im restlichen Reich kaum mehr getragen, in den Weidener Landen immer noch sehr häufig anzutreffen ist. Er bietet den größten Schutz behindert aber den Streiter nicht wenig. Dabei ist nicht nur die Sicht stark eingeschränkt sondern der Träger kann sich kaum noch verständigen bzw. hören was andere sagen. Auch die Atmung fällt vielen besonders wenn es besonders warm oder besonders kalt ist auf Dauer und bei Anstrengung schwer.

Daher hat sich in letzter Zeit immer mehr ein Helmtyp in Weiden verbreitet der in der Mittnacht den Namen Beckenhaube trägt. Sie umfasst den Kopf ebenso sicher wie der Topfhelm, lässt aber das Gesicht ganz frei. Dieses wird durch ein angehängtes Nasal oder Klappvisier geschützt. Dadurch kann der Träger vor allem außerhalb von Kämpfen den Helm mit wesentlich geringeren Einschränkungen tragen. Seit einiger Zeit nun wurde die Beckenhaube weiter modifiziert und zu einer Art Visierhelm indem das Nasal- oder Klappvisier nicht mehr eingehängt werden muss sondern fest verbunden ist.

Zusätzlich schützt der Weidener Ritter/-in sich oft mit einem Besatz aus Kettengeflecht um den Hals, wobei dieser immer gut gepolstert ist um Verletzungen zu vermeiden. Vereinzelt gibt es auch Halsbergen.

Unter dem Helm, welcher Form auch immer, wird meistens eine Bundhaube mit darüber liegender Filzkappe getragen.

Das Fußvolk trägt oftmals Tellerhelm oder Schaller so es denn Waffenknechte oder Schildmaiden von Adeligen sowie Soldknechte oder stehende Truppen des Herzogtums sind. Landwehr dagegen hat selten mehr wie Lederhelm und vereinzelte verstärkte Lederhelm.  

 

Schilde

Mit der Verbesserung der Rüstung nahm die Notwendigkeit ab, sich durch besonders große und schwere Schilde zu schützen. Pavesen oder dergleichen gibt es nur noch vereinzelt bei Belagerungen oder den reinen Schützeneinheiten die diese Schilde vor sich abstellen. Die Schilde der Nahkämpfer zu Fuß wurde dagegen stetig kleiner und gab dem Träger damit die Möglichkeit, sein Klingenspiel ungehindert entfalten zu können. Der typische Wappenschild der Weidener ist etwa einen Schritt hoch und aus dünnen eng ineinander verleimten Holzlatten gefertigt, welche mit einer Lage ungegerbtem Rohleder überzogen werden. Oft werden die Ränder noch mit einem Metallstreifen verstärkt und metallene Schildbuckel eingesetzt. Dies  ergibt einen erstaunlich leichten, aber sehr widerstandsfähigen Schild, der zur Weidener Ritterschaft gehört wie das Schwert. 

Seltener werden Rundschilde nach gleicher Machart benutzt. Die Reiterschilde des klassischen Tropfenzuschnittes werden zu Fuß so gut wie nie mehr genutzt. Sie haben aber noch ihren festen Platz beim Sturmangriff mit der Lanze alleine oder in Schlachtreihe bzw. dem anschließenden Reiterkampf.

 

Pferderüstung

Da die meisten Feinde der Mittnacht, Schwarz- und Rotpelz voran, sich nicht an Rondras heilige Gebote scheren, ficht sie auch nichts an, eines Gegners Pferd anzugreifen. Dies brachte damit dann auch die Not mit sich diese zu schützen. Der Herrin sei es gedankt, dass die Bewohner dieser Lande solch kräftige Tiere wie den Tralloper Riesen ihr Eigen nennen. Diese können, neben einem vollgerüstetem Kämpen auch eine Pferderüstung tragen.

Die einfachste Art der Rüstung ist hier die gepolsterte Schabracke, welche das Pferd komplett einhüllt und nur Nüstern und Augen freiläßt. Darauf wird oftmals ein Nackenschutz aus Kettengeflecht und Stahlplatten aufgebracht. Auch die Brust des Pferdes wird häufig zusätzlich mit einer Platte geschützt, welche wegen des Gewichtes meist aber aus gehärtetem Leder besteht.

  

Rüstungsherstellung in Weiden

Die Wiege der Weidener Rüstungsherstellung liegt in der Grafschaft Bärwalde. Dort gab es die ersten Sarwürcker, den Herstellern der Ringe für die Kettenrüstungen. Es ist nicht unüblich das ganze Dörfer an langen Winterabenden Kettenringe herstellen. Oder aber sie bohren Löcher für Nieten und ähnliches. Die ersten Plättnereien der Mittnacht hat es dagegen in der Gegend von Braunenklamm und Salthel gegeben. Für den Gambesons kann man keine der Weidener Grafschaften als Wiege ausmachen war er doch überall gleich verbreitet. Ledernes Rüstzeug war, einfach aus Gründen der Verfügbarkeit und der Erfahrung im Umgang mit Leder in der Grafschaft Baliho als erstes verbreitet.

Heute sind die Zentren der Weidener Rüstungsherstellungen Reichsend, Trallop, Salthel und Braunenklamm wo sich mehrere Handwerker des gleichen Gewerkes an einem Punkt versammelt haben. Für die Grafschaft Baliho und Bärwalde dagegen gilt weiterhin das die Gewerke über das Land verteilt sind bzw. bis zu ganze Dörfer den Winter über zuarbeiten.

Aus diesem Grund gilt die Nordlandmesse in Trallop Mitte Phex auch als Ort und Zeit wo man die größte Auswahl und beste Preise für Rüstungen bekommt.