Rondra - Der Rondraglaube im Alltag

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Der Rondraglaube im Alltag

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Die tiefe Verbundenheit Weidens zur Alveransleuin zeigt sich in zahlreichen kleinen Ritualen und Gewohnheiten, die den Alltag durchziehen. Manche, wie der Trankopfer, sind eher formelhaft, andere inzwischen so in Fleisch und Blut übergegangen, dass sie ohne tiefere Überlegungen vonstatten gehen. Wie das Recht, Waffen zu tragen, das durchaus auch eine Ehrung Rondras ist.

Das Trankopfer
In Weiden ist es üblich, Gäste, denen man Einlaß in sein Heim gewährt, mit einem Trankopfer willkommen zu heißen. Weithin schlicht "Begrüßungsschluck" geheißen, ist diese kleine Zeremonie einerseits sine bewußte Huldigung Rondras, andererseits aber auch eine bisweilen geschätzte Gelegenheit, die Gesinnung des Gastes zu prüfen. So teilen zunächst Gast und Gastgeber den ersten Schluck miteinander und begrüssen einander. Der zweite Schluck jedoch wird, begleitet von einem kurzen Gebet oder Segenswunsch, in eine Feuerschale, den Kamin oder das Lagerfeuer gegossen, auf dass Huldigung und Wünsche mit dem Rauch in Rondras Hallen getragen werden und dort Gehör finden.
Viele Weidener beobachten dann auch aufmerksam, wie sich der Rauch verhält. Steigt der Rauch gerade und nur mit wenigen Wirbeln auf, gilt dies als gutes Omen. Wabert er aber über Glut oder Feuer und will nicht recht aufwärts ziehen, ist dies vielen eine Warnung. Färbt sich der Rauch gar dunkel - was eher selten vorkommt - ist dies ein schlechtes Zeichen und bisweilen mag der Gastgeber vielleicht sogar an der Gesinnung des Gastes zweifeln.