Stinia von Silberbrück

Titel: Edle, Vogtvikarin
Tempel: Haus des Handschlags (Phex) in Balsaith
Tsatag: 14. Rahja 988 BF
Familienstand: Vermählt mit Edorian von Silberbrück
Nachkommen: 2 Töchter
Kurzprofil: Anziehende Dienerin des Listenreichen mit vielfältigen Verbindungen und Geheimnissen; ehemalige Kauffrau mit meisterlichen Kenntnissen in Handelsfragen; Menschenkennerin, die mit klugen Worten überzeugt und auch einmal zu besonderen Mitteln greift, um ihre Ziele zu erreichen  
Verwendung: Listige Vermittlerin, die für phexgefällige Helden Kontakt zum Baron, den Kaufleuten der Stadt oder Dieben herstellen kann; mögliche Auftraggeberin in Angelegenheiten der Phexkirche 

 

Seit 1044 BF steht Stinia von Silberbrück als Vogtvikarin dem neuen Phextempel "Haus des Handschlags" zu Balsaith vor. Zuvor hatte die Edle mehr als 20 Götterläufe die Geschicke der Balsaither Händlergilde mit glücklicher Hand gelenkt, die sie selbst gemeinsam mit Gamhain von Brachfelde ins Leben gerufen hatte. Dabei blieb den allermeisten verborgen, dass Stinia ein Mondschatten der Phexkirche war und deren Interessen verfolgte. Mit Eröffnung des Hauses des Handschlags am 16. Phex 1044 BF ging sie erstmals als Geweihte des Listenreichen in die Öffentlichkeit. Gleichzeitig trat sie von ihren weltlichen Aufgaben zurück und gab die Leitung ihres Kontors zur Gänze in die Hände ihres Gemahls Edorian, der mit nur knapper Mehrheit zum neuen Vorsteher der Händlergilde gewählt wurde.

Die Edle Stinia von Silberbrück wurde am 14. Rahja 988 BF in Lowangen als Tochter des Kaufmanns Fodor Silberbrück und der Nivesin Takoja von Rasjuks Stamm geboren. Ihr nivesisches Blut kann die äußerst gutaussehende Frau nicht verleugnen. Ihre auffallend helle Haut steht im nahezu perfekten Kontrast mit ihren dunklen mandelförmigen Augen, dem langen schwarzen Haar, in das sich zunehmend mehr weiße Strähnen stehlen, und ihren vollen Lippen. Ihre anziehende und geheimnisvolle Erscheinung weiß die eher in sich gekehrte Stinia selbstbewusst mit gut geschnittenen, edlen Kleidern zu unterstreichen und gekonnt zu ihrem Vorteil einzusetzen: ein hintergründiges Lächeln, ein bedeutungsvoller Aufschlag ihrer unergründlichen Augen, und schon ist man schnell bereit, ihr jeden Wunsch zu erfüllen. Ebenso gewinnend sind Stinias klugen, wohldurchdachten Worte, denn die erfahrene Kauffrau verfügt über eine hohe Menschenkenntnis, geht kalkulierte Risiken ein und ist äußerst geschickt im Überzeugen ihres Gegenübers, egal ob Mann oder Frau – was sicherlich ihre vielen erfolgreichen Handelsabschlüsse erklärt. Insbesondere Baron Gamhain von Brachfelde schätzt den besonnenen Rat seiner Stiefschwester und engen Vertrauten.
Die Pläne ihres Vaters Fodor, Stinia in jungen Jahren – nach dem Tod ihrer nivesischen Mutter – mit einem verwitweten, kaltherzigen Kaufmann zu vermählen, machte sie zunichte, indem sie mit ihrem Geliebten durchbrannte. Dieser fand jedoch in der Ferne den Tod und Stinia kehrte reumütig nach Lowangen zurück, wo sich ihr Vater inzwischen erneut vermählt hatte. Doch hatte sie Gefallen am Abenteuer und am Verbotenen gefunden und trat erst der Diebesgilde (was bis heute niemand weiß) und später der Phexkirche bei. Als die Orks Ende 1010 BF Lowangen stürmten, das heimische Anwesen niederbrannten und ihren Vater töteten, floh Stinia mit ihrer Stiefmutter Cassandra, die später einmal Schützengräfin von Trallop werden sollte, nach Brachfelde, wo sie von Baron Valgor aufgenommen wurden. Aufgrund besonderer Tapferkeit wurde ihre Stiefmutter Cassandra 1011 BF mit dem Rittergut Ognin belehnt und der Familienname zu "von Silberbrück" gewandelt.

Dass Stinia vom Listenreichen begünstigt ist, bestätigte sich, als sie 1012 BF das Handelskontor Silberbrück in Balsaith eröffnete, finanziell unterstützt durch die Rommilyser Kaufmannsfamilie Haiserus. Auch das Kontor ihres verstorbenen Vaters in Lowangen konnte sie zurückgewinnen. Gemeinsam mit Gamhain von Brachfelde, mit dem sie eine kurze leidenschaftliche Liebschaft hatte, unterstützte Stinia Baron Valgor dabei, den Handel in Brachfelde zu beleben. Gamhain und Stinia ersonnen auch die Idee einer Balsaither Händlergilde, um unlautere Methoden der hiesigen Kaufleute, allen voran Haldan Oldenport, zu unterbinden und sie auf gegenseitige Unterstützung in Kriegszeiten oder bei anderen Bedrohungen zu verpflichten. Die Gilde wurde schließlich am 17. Tsa 1016 BF gegründet.
Im Zuge der Vermählung Cassandras mit Baron Valgor von Brachfelde erhielt Stinia 1017 BF den Titel einer Edlen, jedoch ohne ein damit verbundenes Lehen. 1018 BF vermählte sich die geschäftstüchtige Kontorleiterin mit dem Kaufmann Edorian Haiserus, der ihren Familiennamen annahm. Am 7. Phex 1018 BF wurden ihre Zwillingstöchter Sariana und Roika geboren. Im Zuge der Kriegswirren wurde Stinia – auf Betreiben ihres Stiefbruders Gamhain – am 10. Boron 1021 BF zur zweiten Vorsteherin der Balsaither Händlergilde gewählt, eine Aufgabe, die die Edle stets mit höchster Hingabe erfüllte.
 
Meisterinformation:
Stinia ist Vogtvikarin zu Balsaith und damit höchste Dienerin der Phexkirche in Brachfelde. Da hier der Handel vor allem dank ihres und Baron Gamhains Wirken erblühte, hat der Kult hier mehr Zulauf als in anderen Baronien. Bis zur Eröffnung des Hauses des Handschlags fanden die Treffen am geheimen Phexschrein in Balsaith statt, da man nicht unnötig Aufmerksamkeit auf sich ziehen wollte. Die Edle pflegt Kontakte zu einigen Dieben in der Stadt und kennt als eine der wenigen die Identität ihres geheimen Oberhaupts. Zum Schutz ihrer Handelszüge nahm die Edle gern die Dienste des Sturmbanners in Anspruch und gilt als dessen Unterstützerin, was die Kritik aus dem Weidener Adel, allen voran von Baronin Fann, auf sie zieht.
Während Stinia sich der Treue ihres redlichen Gemahls Edorian gewiss ist, hielt sie selbst es mit Travias Geboten etwas pragmatischer. Schließlich konnte der eine oder andere Liebesdienst durchaus einen phexgefälligen Handel bestärken. Ihre Liebschaft mit Gamhain von Brachfelde liegt bereits viele Jahre zurück, ist aber der Grund dafür, dass Baronin Fann ihre Abneigung gegen Stinia durchaus unverhohlen zum Ausdruck bringt und sich beide deutlich aus dem Weg gehen.