Rittergut Ognin

Grafschaft: Bärwalde
Baronie: Brachfelde
Gutsherr: Galathan von Firunsgrund, Ritter von Olats Wacht zu Ognin
Wappen: Folgt
Einwohner: 69
Orte: Ognin
Tempel: Tsa ("Blütenschrein"), Firun (Schrein)
Garnison: Gutshof mit 3 Waffenknechten
Landschaft: Finsterbach, Nebelmoor und Ogniner Bruch
Wege: Dammweg (Olats Wall) nach Beonfirn und Olat, Karrenweg über Moosried nach Balsaith  
Besonderheiten: Felsenhügel Ogniner Brocken, darauf der Alte Turm, einer der Türme von Olats Wacht; Rittergut innerhalb des Dorfes; kleiner Flusshafen; einige Meilen nördlich im Nebelmoor: Turmruine Kamaalot auf einer Insel inmitten eines Sumpfsees


Lage und Erscheinungsbild:
Zwischen Beonfirn und dem Grafensitz in Olat wird das südliche Ufer des Finsterbachs auf einer Strecke von etwa 40 Meilen von Olats Wall bewehrt, einem Damm, der die nördliche Grenze der Grafschaft Bärwalde bildet. Folgt man dem Dammweg, erreicht man etwa 10 Meilen vor Olat den Ort Ognin, der noch in der Baronie Brachfelde liegt. Das gefährliche Nebelmoor schließt unmittelbar nördlich an, so dass die meiste Zeit düstere Nebelschwaden über der Gegend liegen.

Das verwunschen wirkende, kleine Dorf mit seinen tsa- und firungläubigen Bewohnern wird vom Ogniner Brocken überragt. Auf diesem Felsenhügel wurde vor langer Zeit der Alte Turm als Teil der alten Finsterwacht errichtet. Er ist nur über einen steilen, gut zu verteidigenden Weg erreichbar. Heute gehört er zu Olats Wacht, die im Rondra 1031 BF von Gräfin Walderia eingerichtet wurde. Wie zu Zeiten Olats des Bogners dienen mehrere gräfliche Wachtürme zur Sicherung der Grenze entlang des Finsterbachs und stellen die Fortsetzung der Trutzer Finsterwacht auf Bärwalder Boden dar. Das Dorf selbst ist mit einem Graben, einem Erdwall und Palisaden sowie einem kleinen, hölzernen Wehrturm geschützt, die der hiesige Ritter Galathan von Firunsgrund regelmäßig in Stand setzen lässt. Der tsafromme, alte Edorian Korber steht ihm als Schulze des Orts hilfreich zur Seite.

Die im letzten Orkensturm zerstörten Häuser wurden an der Stelle wieder aufgebaut, an der ein Karrenweg, der so genannte Norderstieg, aus südlicher Richtung von Balsaith und Moosried her auf den in Ost-West-Richtung verlaufenden Dammweg trifft. Nahe am Dorf wurden seinerzeit auch Hütten für tobrische Flüchtlinge errichtet. Viele Gebäude fallen durch ihre einfache, solide Bauweise auf. Hier wurden die Planungen des Baumeisters Brodrosch Sohn des Bengram umgesetzt, der 1026 bis 1030 BF BF den Wiederaufbau unterstützt hatte. Leider wurde er im Boron 1030 BF von Orks ins Nebelmoor verschleppt und konnte erst im Phex 1032 BF von den Rittern von Olats Wacht befreit werden. Seither kümmern sich die Therbûniten zu Beonfirn um den geistig zerrütteten Zwerg, der sich gar für einen Ork halten soll (s. Fantholi 36).

Reisende versetzt in Erstaunen, dass die Einheimischen offenbar großen Wert darauf legen, ihre Häuser mit kunstvoll geflochtenen Gestecken aus Wildblumen und Kräutern zu schmücken oder auch allerlei Schnitzereien mit tsagefälligen Motiven in die Stuben zu stellen. Damit bringen sie ihre tiefe Verehrung der Jungen Göttin zum Ausdruck, der man einen Schrein errichtete, nachdem die Orks 1011 BF zum ersten Mal den Ort niedergebrannt hatten. Nach der zweiten Zerstörung des Orts im letzten Orkensturm wurde daraus der „Blütenschrein“ und man sah den erneuten Wiederaufbau als Tsas Gebot an. Und ganz zu Tsas Wohlgefallen wird jeder Flüchtling, der sich in diese entlegene Gegend verirrt, ebenso herzlich aufgenommen wie ein Reisender, der nur kurze Zeit verweilt.

Die Leute hier leben von der Schafszucht, etwas Ackerbau und der Flussfischerei. Am südlichen Ufer gibt es einen kleinen Flusshafen, an dem Boote und Lastkähne anlanden können. Die Kauffahrerin Ondwina Burkherdall handelt vor allem mit Waren aus Balsaith, wo sie einen weiteren Laden hat, Reichsend, Beonfirn und Olat. An den Feldern und Weiden östlich des Dorfes schließt ein dunkler Wald an, der Finsterloh. In seinen Ausläufern liegt der Boronanger im Halbrund.

Westlich des Dorfes weist das Ogniner Bruch viele Moore und kleinere Seen auf. Hier stechen die "Moorigen", wie die Ogniner auch genannt werden, Torf und "Gut Torf!" scheint auch eine gängige Begrüßung zu sein. Die Einheimischen mahnen jedoch, stets auf den befestigten Wegen zu bleiben und nicht allein zu reisen, denn allzu leicht verliert man im Nebel die Orientierung oder wird gar von Irrlichtern in den trügerischen Morast gelockt.

Auch andere gruselige Geschichten erzählen die Ogniner gern, wenn sie sich abends im Gasthaus "Jolandes Herdfeuer" einfinden: Der Nebelritter, ein kopfloser Reiter auf einem halb verrotteten Pferd, soll Wanderern auf Olats Wall erbarmungslos nachsetzen, sofern sie nicht 12 Münzen – für jeden der Zwölfgötter eine – in den Fluss werfen. Im Finsterloh sollen böse Tiergeister hausen. Und der Ogniner Brocken sei in Wirklichkeit ein Riese aus dem Norden namens Ognin. Seine Suche nach einer Gefährtin hatte ihn bis an den Neunaugensee geführt. Die böse Hexe Ebilata soll ihn in den unheilvollen Sumpf gelockt haben, wo er, kurz bevor er den rettenden Fluss erreichte, zu Stein erstarrte. Schließlich kennt man noch eine Legende, die sich um die Ruine des Turms Kamaalot im Nebelmoor rankt. Diese steht auf einer Insel inmitten eines Sumpfsees. Man erreicht ihn von einem Anleger am Ufer des Finsterbachs aus über einen verfallenen Knüppeldamm.

Rittergut:
Das einfache, solide Rittergut liegt innerhalb der Palisaden. Der Sitz des Ritters von Ognin besteht aus zwei Wirtschaftsgebäuden und einem zweistöckigen Wohnhaus, die einzigen Steingebäude im Dorf. Hier leben auch Galathans Freund, rechte Hand und Waffenknecht Ehrebor Gerdenwald und seine Familie. Der Ritter, Ehrebor und die beiden anderen Waffenknechte Parinor und Thisdan halten abwechselnd auf dem Alten Turm und dem Ogniner Wehrturm Wache. 6 Bedienstete, Knechte und Mägde arbeiten auf dem Gutshof.

Geschichte:
Der kleine Weiler und seine Bevölkerung waren lange gezeichnet von den Katastrophen der jüngeren Geschichte, denn Ognin wurde bereits mehrfach von den Orks zerstört. Am 7. Tsa 1011 BF im Massaker von Ognin überfielen die Schwarzpelze erstmals das Dorf, metzelten viele Einwohner nieder und brandschatzten die Häuser. Dabei wurden auch Junker Tsabrecht von Lindenfurt, der Ritter zu Ognin, und seine Familie getötet. Der erste Wiederaufbau Ognins geschah im Zeichen der Tsa, zu deren Ehren ein Schrein errichtet wurde. Am 15. Ingerimm 1011 BF wurde Ritterin Cassandra von Silberbrück mit Ognin belehnt. Als sie sich mit Baron Valgor von Brachfelde vermählte, bestimmte sie Ritter Berman von Rothwilden zum Gutsvogt.
Ihm folgte 1022 BF Ritter Ronderich Muskerjan von Eschenbrück nach. Dieser wurde im Orkensturm 1026 BF vom Orkhäuptling Arkhai im Zweikampf getötet. Im zweiten Massaker von Ognin am 2. Tsa 1026 BF wurden nahezu alle Häuser von den mordenden Horden der Schwarzpelze zerstört und viele Dorfbewohner verschleppt. Ihre Befreiung war Galathan von Firunsgrund bestimmt: Der aus der Heldentrutz stammende Ritter rettete die Ogniner aus den Fängen der Schwarzpelze und geleitete sie zurück nach Brachfelde, wo er eine neue Heimat fand.

Die Gebete der geschundenen Dorfbewohner erhörend schenkte Tsa am 7. Peraine 1026 BF dem Ort ein Wunder und ließ den Garten rund um ihren Schrein erblühen. So schöpften die braven Leute wieder Zuversicht und Kraft und begannen den Neuaufbau des Dorfes unter Galathans Führung. Aufgrund seiner besonderen Taten schlug Baron Gamhain von Brachfelde den Knappen, dessen Schwertvater im Kampf gegen die Orks gefallen war, am 15. Peraine 1026 BF zum Ritter und ernannte ihn, im Einverständnis mit Altbaronin Cassandra, der eigentlichen Lehnsherrin, zum neuen Gutsvogt von Ognin. Seither sind die Ogniner "ihrem" Ritter treu ergeben und davon überzeugt, dass die Junge Göttin ihm die Führung des Ortes vorbestimmt hat, auch wenn der Firunsgrunder selbst ein Anhänger des Weißen Jägers ist. Galathan wurde schließlich am 3. Ingerimm 1028 BF mit dem Rittergut belehnt. Anfang Praios 1031 BF wurde er von Gräfin Walderia von Löwenhaupt zum Ritter von Olats Wacht erhoben.