Stadt Balsaith

Grafschaft: Bärwalde
Herrschaft: Schultheißin Gurnhild Traviatreu (seit 1044 BF)
Wappen: Schräggeteilt durch silbernes Wellenband, oben in Grün ein silberner Lindenbaum, unten in Rot ein silberner Drache
Einwohner: 700
Garnisonen: 10 Stadtgardisten, 10 Torwächter, im Kriegsfall 1 Landwehrbanner sowie Schutz durch Baron von Brachfelde auf Feste Anbalsaith
Tempel: Travia, Peraine, Rondra (mit Famelorschrein), Phex, geheimer Phexschrein, Spital der Therbûniten (Peraine); auf Feste Anbalsaith: Ingerimm-, Rondra- und Phexschrein
Gasthöfe: Gasthäuser: Saithinger, Landmanns Rast; Schenken: Fiedlers Grün, Zum Neunauge, Zum Torkelnden Troll; Badehaus Rosenquell
Wirtschaft: Warenhaus (Stapelrecht der Stadt), Sitz der Balsaither Händlergilde, Kontor Silberbrück (Edorian von Silberbrück), Kontor Arolus (Leiter: Haldan Oldenport)
Besonderes Handwerk: Holzbildhauer Torben Traviatreu, Waffenschmiede Bartoks Esse auf Feste Anbalsaith, Stellmacherei und Wagnerei Gerdenwald, Grobschmied Fenn Kohlhusen (Zunftmeister der Balsaither Handwerker), Gerber Tannfried Gerbelaus
Sonstige: Heiler Lisgolf Eggenberger, Hebamme und Kräuterkundige Kadiya Rodeborn und ihre Tochter Cayra
Besonderheiten: Feste Anbalsaith (Sitz des Barons Gamhain von Brachfelde) auf Felsen außerhalb der Stadtmauer, auf Marktplatz Götterbaum, eine uralte, riesige Linde, Baron-Valgor-Denkmal, Ratshaus (Schultheiß, alle Ämter, Gericht des Richters Eran Eslebon, Ratssaal, Waage, Weinkeller), Zeughaus, Speicher, Obsthain, Haus der Stadtgarde mit Kerker (Hauptmann Helmbrecht Eslebon), Räume des Sängerkreises Feenklang (Meisterin Hedda Noviana unterrichtet bis zu 2 Schüler), Miridan-Anwesen mit Spital der Therbûniten sowie dem Armen- und Waisenhaus, Alte Mühle des Graumagiers und Geisterforschers Futharkos von Ysilia, Badehaus Rosenquell (Bader Geldor Eschenfold und "Gehilfinnen"), Hütte von Janschi dem Schäfer (angeblich hellseherisch begabt), vier Stadttore (nach den vier Silberschwanentöchtern Ifirns benannt)
Fest- und Feiertage: Purgenlauf (30. Firun auf 1. Tsa), Jahresmarkt und Schützenfest (10. Ingerimm), viermal im Götternamen Wochenmarkt
Stimmung: Von Handel, Handwerk und Bauern geprägtes, gemütliches Städtchen mit traditionellen, strohgedeckten Steinhäusern, Holz- und neueren Fachwerkhäusern.


Lage und Erscheinungsbild
Das an der Alten Straße zwischen Trallop und Nordhag liegende Balsaith (Aussprache: "Balseit") ist mit etwa 700 Einwohnern die größte und älteste Siedlung der Baronie Brachfelde. Auf dem Felsen Anbalsaith nordöstlich der Stadt erhebt sich die gleichnamige Feste (siehe Stadtplan, Nr. 24), der Sitz des Barons zu Brachfelde. Aus dem Gestein entspringt der Bach Anbalin, der sich durch den Ort schlängelt und den Saith einige Meilen westlich von Balsaith entfernt speist.
Die Stadt liegt im Südosten der Baronie, 28 Meilen von der Nordgrenze des Mittelreichs (zum Nebelmoor) sowie in südlicher Richtung 8 Meilen von der Grenze zur Baronie Moosgrund entfernt. Folgt der Reisende der Alten Straße weiter Richtung Nordhag, gelangt er nach 14 Meilen nach Mallaith. Der so genannte Norderstieg führt nördlich über Moosried nach Ognin, ein weiterer Karrenweg südlich nach Theabrandt (Baronie Moosgrund).

Balsaith ist eine "junge" Stadt, denn das Stadtrecht wurde ihr erst am 18. Praios 1006 BF von Herzog Waldemar anlässlich seines 25. Thronjubiläums verliehen. Am 1. Phex 1014 BF schließlich verlieh Herzog Waldemar der Stadt auch das Stapelrecht, das durchfahrende Händler verpflichtet, ihre Waren am Markt anzubieten. Dies sollte der Baronie ermöglichen, die schrecklichen Folgen des Orkkriegs schneller zu kompensieren.

Balsaith ist ein gemütlicher Ort mit traditionellen, strohgedeckten Steinhäusern, Holz- und neueren Fachwerkhäusern. Die Wände der alten, traditionellen Häuser wurden schon vor Jahrhunderten aus Steinen kunstvoll aufgeschichtet und die Fugen mit Erde oder Lehm verstrichen. Die Dachgiebel bestehen aus Holz und sind mit Stroh gedeckt. Viele der alten Häuser sind ziemlich niedrig, die Fußböden liegen zwei Treppenstufen unter dem Straßenniveau. Eine ähnliche Bauweise findet sich auch in den alten Dörfern Mallaith und Chircin, ist heute aber nicht mehr gebräuchlich. Die neueren, höheren Häuser sind entweder aus wuchtigen Holzstämmen oder aus Fachwerk erbaut. Die kopfsteingepflasterten Hauptstraßen sind allgemein in schlechtem Zustand. Eine etwa 6 Schritt hohe Stadtmauer mit Wehrtürmen schützt die Einwohner vor Orken, Räubern und wilden Tieren.

Am Marktplatz
Mitten auf dem Marktplatz steht der Götterbaum (35), eine uralte, riesige Linde. Sie wird von den frommen Brachfeldenern als Symbol für die unvergänglichen Zwölfe verehrt. Dort versammelt sich das Volk, um fröhliche Feste zu feiern, um bei Sonnenschein Travia, der die Linde geweiht ist, zu huldigen, aber auch, um den Verlautbarungen des Barons zu lauschen. Die Linde ist auch im Wappen der Baronie und der Stadt zu sehen.
Stets finden sich hier im Freien einige Frauen ein, die sich den neuesten Klatsch und Tratsch erzählen, während ihre Kinder laut plärrend spielen oder Durchreisende belagern und mit ihren neugierigen Fragen bestürmen. Für gewöhnlich sitzen auch zwei alte Männer, die Gebrüder Bagosch, auf einer Bank am Baum, neben sich ihre Gehstöcke, und beobachten pfeiferauchend das Geschehen. Beide sind ziemlich schwerhörig, besonders wenn ein Fremder sie anspricht. Vielleicht könnte eine Portion Tabak sie dazu bewegen, eine spannende Geschichte zu erzählen?

Der Marktplatz wird unter anderem gesäumt vom Peraine- (4) und Traviatempel (5), dem Ratshaus (1), dem Gasthof Saithinger (29), der Kneipe Fiedlers Grün (5) und dem Haus der Stadtgarde nebst Kerker (30) und dem Zunfthaus (27). Neben dem Ratshaus befindet sich das stark befestigte Zeughaus (2) und das Gebäude der Balsaither Händlergilde (3), dem seit 1044 BF der Kaufherr Edorian von Silberbrück vorsteht. Vor dem Ratshaus steht der große Stadtbrunnen (36) mit Zwölfgöttermotiven, der neben dem Bach Anbalin zur Wasserversorgung der Stadt beiträgt. In der Nähe steht das Baron-Valgor-Denkmal (37), das an den als Helden und Tagesheiligen verehrten, 1021 BF vor Ysilia gefallenen Vater des heutigen Barons erinnert.

Viermal im Monat findet der Wochenmarkt statt, einmal im Götterlauf, am 10. Ingerimm, der Jahresmarkt, der gleichzeitig ein großes Schützenfest ist. In der Nacht vom 30. Firun zum 1. Tsa wird der Purgenlauf begangen, bei dem sich die Einheimischen mit wilden, kunstvoll geschnitzten Holzmasken verkleiden.

Das Händlerviertel und der Phexenplatz
Hinter dem Ratshaus und dem Zeughaus liegt der so genannte Phexenplatz (7). Hier finden sich die Kontore, Läden und Lagerhäuser der in Balsaith ansässigen Händler und Krämer (u.a. 8, 9). Auch einige stadteigene Gebäude wie Warenhaus (10), Speicher (11) und Kornsilo (12) sind hier angesiedelt. Deshalb wird der gesamte Bereich nordwestlich des Marktplatzes auch Händlerviertel genannt.
Auf dem Phexenplatz geht es meist hoch her: Auch außerhalb der Markttage kann man fast täglich Bauern, fahrende Händler und Hausierer antreffen, die ihre Waren der Bevölkerung sowie den ortsansässigen Kaufleuten auf dem Platz oder im Warenhaus feilbieten. Neben den geschäftigen Arbeitern der Kaufleute tummeln sich hier viele Tagelöhner auf der Suche nach einem Broterwerb. In diesem Viertel finden sich außerdem noch die Stellmacherei und Wagnerei Gerdenwald (14, 15) unter der Leitung von Arbolf Gerdenwald und die Schenke Zum Torkelnden Troll (6). Die Taverne wird vor allem von Tagelöhnern, Söldnern und Fuhrleuten der Händler besucht, entsprechend rau ist hier das Klima.

In einer verschwiegenen Gasse befindet sich seit dem 16. Phex 1044 BF das Haus des Handschlags unter Führung der Vogtvikarin Stinia von Silberbrück: Der öffentlich zugängliche Phextempel ist in einem von außen recht unscheinbaren, aber soliden 2-geschossigen Steinhaus untergebracht, dessen metallbeschlagenes Eingangstor mit kupfernen Sternen und Madamalen verziert ist. Im Portal über dem Tor zeichnen sich zwei im Handschlag verbundene Hände als Relief ab. Auch der von Kerzen nur schwach erleuchtete Gebetsraum ist schlicht gehalten, wenn auch silberdurchwirkte durchsichtige Stoffbahnen, die den kundigen Besucher an den Tralloper Phextempel erinnern, die Sicht auf eine Nische mit einer etwa zwei Ellen großen Fuchsstatue und einer kupfernen Opferschale verschleiern. Die bemerkenswerte Holzskulptur stammt aus den Händen des hiesigen Meisters Torben Traviatreu. Die aus Bernstein bestehenden Augen des Fuchses sind so lebensecht gestaltet, dass ihr Blick dem Betrachter zu folgen scheinen. Einige rituelle Gaben, deren Zweck sich nicht unmittelbar erschließt, verteilen sich auf andere Nischen. Weiterführende Durchgänge sind nicht auszumachen, denn man hat sie äußerst gekonnt in die getäfelten Wände eingelassen, die Geräusche und vor allem Stimmen bestens dämpfen. Neben dem Handelstempel soll es in dem Viertel schon seit langem einen geheimen Phexschrein geben, den diejenigen Diener des Listenreichen aufsuchen, die das Licht der Öffentlichkeit scheuen.

Zwischen den Häusern entlang der Stadtmauer sticht die düstere Alte Mühle (49) hervor, die vor einigen Götterläufen vom eigenbrötlerischen Graumagier und Geisterforscher Futharkos von Ysilia bezogen wurde. Am Übergang zum Gerberviertel befindet sich das Badehaus Rosenquell (17). Im Erdgeschoss des in blassem Rot getünchten Gebäudes finden sich Räume mit Badezubern, Öfen, um Wasser heiß zu machen, sowie eine Küche mit Vorratsraum und Weinkeller, damit es den Gästen an nichts fehlt. In den oberen Räumen werden "besondere", d. h. zahlungswillige Kunden von Hennya, Gernlind und Ilme rahjagefällig verwöhnt – den mehr oder minder hübschen "Gehilfinnen" des charmant-schmierigen Baders Geldor Eschenfold. Er selbst nimmt sich der weiblichen Kundschaft an.

Das Miridian-Anwesen – vom Baronssitz zum Armen- und Waisenhaus
Das 991 BF erbaute Miridan-Anwesen (19) war einmal das Prunkstück der Stadt, aber gleichzeitig auch ihr schwärzester Fleck. 985 bis 997 BF residierte dort der gewissenlose Baron Miridan Eichenstein von Saith. Da ihm die Feste Anbalsaith zu wenig Luxus bot, ließ er das Anwesen trotz der Warnungen der Einheimischen auf einer als verflucht geltenden Heide errichten. Und tatsächlich stieß man auf einen Steinsarkophag mit den Gebeinen eines unbekannten Ritters. Baron Miridan führte ein unbeschreibliches Lotterleben, seine wilden Orgien waren legendär. Das murrende Volk hielt er mit bornischen Söldnern im Zaum, die mit aller Härte durchgriffen. Doch hatten sich die Bewohner offenbar den Fluch des "Geists des Feldherrn" zugezogen, wie der namenlose Ritter im Volksmund genannt wurde. So fand man schließlich am 12. Boron 997 BF Baron Miridan und seine mohische Gespielin tot auf, durchbohrt von Dolchstichen, die er ihr und sich selbst in Raserei zugefügt haben musste. Als einige Götterläufe später auch sein Neffe Baron Obilo Eichenstein von Saith (er regierte 997 bis 1008 BF) und dessen Familie dem Fluch erlagen, wurde der Zutritt zum Anwesen auf Strafe untersagt. Erst als einige tobrische Edelleute – darunter auch der Geisterforscher Futharkos von Ysilia – 1017 BF das Rätsel um den Geist des Feldherrn lösten, wurde die Seele des einstigen Ritters des Theaterordens zu Arivor erlöst und der Fluch gebrochen.

Unter Baron Valgor von Brachfelde wurde das Anwesen wieder in Stand gesetzt. Betritt man durch das Miridaner Tor den Innenhof, findet sich linker Hand ein Spital der Therbûniten zu Beonfirn, auch Beoniter genannt (18). Unter der Leitung von Vater Anselmus Birkenhilf nehmen sich die Brüder und Schwestern seit dem 1. Travia 1018 BF der Kranken und Verletzten aus Stadt und Umland an. Auch werden dort manchmal auch Medici und Bader in der Kräuter- und Heilkunde unterrichtet.
Den anderen Teil des Miridan-Anwesens nimmt seit Travia 1033 BF das Armen- und Waisenhaus (20) unter Leitung der Traviageweihten der Stadt ein. Zuvor waren dort die Räumlichkeiten des Sängerkreises "Feenklang" untergebracht, welcher aber in das Gebäude der ehemaligen Schwertgesellenschule "Löwenklinge" (33) umzog.

Das Gerberviertel
Im so genannten Gerberviertel (22) leben heute kaum noch Handwerker dieser Zunft. Da die Gerber aufgrund ihrer schmutzigen und stinkenden Arbeit von anderen Städtern immer öfter angefeindet wurden, verließen sie alle – bis auf den alten Tannfried Gerbelaus – mitsamt ihrer Familien Balsaith schon vor Jahren und siedelten sich im Weiler Anbalinsruh (16) vor den Mauern der Stadt an. Trotzdem blieb der Name dieses Viertels bis heute erhalten, denn nach wie vor leben hier Menschen, die von den Balsaithern nicht gern gesehen sind: vor allem Tagelöhner, Flüchtlinge, Arme und Bettler. Die Häuser und Hütten am Balinteich (23) sind entsprechend windschief und verfallen.

Der Rübenacker
Direkt südlich des Gerberviertels findet man den Rübenacker (40). Auf den kleinen Beeten werden zwar nicht nur Rüben geerntet, sondern viele Arten von Gemüse, trotzdem hat sich der Name so eingebürgert. Die Beete stehen unter der Aufsicht des Perainetempels, werden aber von einigen Stadtbauern gepflegt. Angelegt wurden sie 1013 BF, nachdem der erste Orkensturm den Balsaithern große Not und Hunger bereitet hatte. Seither dienen sie der Versorgung in Notzeiten, falls die Speicher und Silos der Stadt leer sind.

Südbalsaith
Südlich des Marktplatzes und der Hauptstraße wohnt der Großteil der Balsaither innerhalb der Stadtmauern. Dieses Viertel hat nie einen festen Namen bekommen, und so reden die Bewohner entweder von der Südstadt, Südbalsaith, dem Handwerkerviertel oder geben ihm noch andere, speziellere Namen, was bei Fremden oft für große Verwirrung sorgt. Die Bezeichnung Handwerkerviertel würde aber wohl am ehesten passen, sind hier doch, abgesehen vom Wagner, Schmied und Gerber, alle Handwerker des Ortes ansässig.
Die einzelnen Gewerke haben sich immer in einem kleinen Bereich – um einen Platz oder in einer Gasse – angesiedelt, der dann auch gleich den Namen des Ortes bestimmt. So gibt es die Fleischergasse oder den Schreinerplatz, in denen nicht nur die Werkstätte der Handwerker liegen, sondern auch ihre Wohnhäuser und die ihrer Gesellen und Lehrlinge. Deshalb bleiben ganze Familien auch stets einem bestimmten Handwerk treu. Sollte ein Sprössling seltsamerweise einen anderen Beruf erlernen als der Vater, muss er in eine andere Gasse ziehen, um Ärger zwischen den einzelnen Gewerken zu vermeiden.

Am Schreinerplatz befindet sich auch die Werkstatt des Holzbildhauers Torben Traviatreu (52), der mit seinen kunstvollen Arbeiten überregionale Berühmtheit erreicht hat. Seine Zwölfgötter-Statuen zieren manchen Tempel und können das Auge des Betrachters ob ihrer Ausdruckskraft wahrlich gefangen nehmen. Tatkräftige Unterstützung im Verkauf und Überführen der Kunstwerke erhält der eigenbrötlerische, alte Meister von seiner ehrgeizigen Tochter Gurnhild Traviatreu, die ihn auch im Ältestenrat vertritt.

Da Balsaith noch nicht sehr lange den Status einer Stadt hat, sind die Handwerker noch nicht in Zünften organisiert wie zum Beispiel in Trallop oder Baliho. Um ihre Interessen besser durchsetzen zu können, gibt es aber eine Art gemeinsame Zunft aller Handwerker, die im Zunfthaus (27) am Marktplatz einen gemeinsamen Versammlungsort haben. Die Zünfte stellen wie in Trallop Schützen zur Verteidigung der Stadt. Das Oberhaupt, der Zunftmeister, wird von den Handwerkern gewählt und ist immer auch Mitglied des Stadtrats. Dieses Amt hat derzeit der Grobschmied Fenn Kohlhusen (Schmiede neben dem Mietstall, 46, am Aidari-Tor) inne, der bei den meisten Handwerkern hoch angesehen ist und von allen Gewerken unterstützt wird. Ansonsten sind die verschiedenen Handwerkerzweige sich aber keinesfalls grün und ständig in kleine Streitereien und Intrigen verstrickt.

In Südbalsaith findet man auch den Rondratempel "Drakenquell" (32, Tempelvorsteher Coel Cumrakhor von Perricum). Er wurde erst 1019 BF eingeweiht und weist unter anderem einen Famerlor-Schrein auf. Damit wird der Geschichte des Orts Rechnung getragen, in der der legendäre Drache Anbalsaith eine wichtige Rolle spielt.

In den Räumen des Sängerkreises "Feenklang" (33) unterrichtet die halbelfische Bardin Hedda Noviana vielversprechende Talente. Diese wurden allesamt von den fahrenden Mitgliedern des Sängerkreises "entdeckt" und für eine Aufnahme in den erlesenen Kreis empfohlen. Der Unterricht umfasst Gesang, Musizieren und Dichtkunst und ist vom Elfischen stark beeinflusst. Gelegentlich trifft man dort sogar einen Legendensänger der Elfen aus dem Ifirnstann an, und auch die Gründerin des Sängerkreises, Junkerin Yolanda von Brachfelde zu Chircin, gibt sich hin und wieder die Ehre. Die Schwester des Barons ist selbst eine herausragende Sängerin und Lautenspielerin.

Bis Ende 1032 BF befand sich hier die Schwertgesellenschule "Löwenklinge". Schwertmeisterin Matissa Trontis und ihre Zöglinge fielen allerdings in der Schlacht gegen den Drachen Feracinor. Nachdem sich kein neuer Lehrmeister fand, beschloss die Stadt gemeinsam mit dem Baron, die Räume dem Sängerkreis "Feenklang" zu überantworten. So wurde auf dem Miridan-Anwesen (19) Platz geschaffen für das neue Armen- und Waisenhaus (20) der Stadt.

Der Hain
Der Hain (41) ist eine größere Ansammlung von Obstbäumen und liegt im südwestlichen Bereich Balsaiths nahe der Stadtmauer. Warum sich diese Bäume innerhalb der Mauern befinden, weiß heute keiner mehr. Glaubt man Bauer Answin Dornseiffer, der den Hain im Auftrag des Barons hegt und pflegt, ist der Boden von Peraine gesegnet und durfte daher niemals mit Häusern bebaut werden. Neben den vorherrschenden Apfel- und Birnenbäumen findet man hier auch einige Kirsch- und Zwetschgenbäume sowie Beerensträucher. Immer wieder versuchen vor allem Kinder, sich an dem Obst des Hains gütlich zu tun, doch passt Answin stets wie ein Schießhund auf die Ernte auf.

Stadtverwaltung
Im Ratshaus (1) befinden sich der Ratssaal, das Amtszimmer des Schultheißen (wie der Stadtmeister hier genannt wird) und der Stadtverwaltung (z. B. Gerichtssaal, Waage, Weinkeller).
Schultheißin von Balsaith ist seit dem 1. Firun 1044 BF Gurnhild Traviatreu, die dem altgedienten, verstorbenen Ritter Berman von Rothwilden nachfolgte. Der Schultheiß ist das Stadtoberhaupt und vertritt die Anliegen Balsaiths gegenüber Baronie, Herzogtum und dem Reich. Gemeinsam mit dem Ältestenrat (Stadtrat) berät er die Geschicke der Stadt. Für seine Entscheidungen benötigt er grundsätzlich eine mehrheitliche Zustimmung der Ratsmitglieder. Mit zwei Dritteln der Stimmen kann auch der Stadtrat Beschlüsse ohne seine Zustimmung herbeiführen.
Der Schultheiß wird durch den Stadtrat gewählt, es können sich aber nur Kandidaten zur Wahl stellen, die die Zustimmung der Gräfin von Bärwalde und des Barons von Brachfelde haben. Der Baron hat auch das Recht, die Gräfin um eine vorzeitige "Amtsentlassung" des Schultheiß' zu bitten, wenn dafür driftige Gründe sprechen. Insofern ist der Schultheiß stets gehalten, ein gutes Verhältnis zu seinen Landesherren zu pflegen. Zu den Aufgaben des Schultheiß' gehören unter anderem die Eintreibung von Steuern und Abgaben der Städter, die Aufsicht über das Zeughaus, die Sicherung von Recht und Gesetz in der Stadt, die Aufsicht über Handel und Handwerk und andere Aufgaben der Stadtverwaltung. Ihm unterstehen derzeit vier Beamte, der gestrenge Richter Eran Eslebon sowie die Stadtwache.

Der Ältestenrat setzt sich sowohl aus Vertretern der einflussreichsten und ältesten einheimischen Familien zusammen – namentlich sind dies Eggenberger, Kohlhusen, Gerdenwald, Traviatreu, Erlheim, Tulop und Eslebon – als auch aus Würdenträgern der Stadt, wie z. B. dem Zunftmeister und den Tempelvorstehern. Auch der Baron von Brachfelde hat einen "außerordentlichen Sitz" im Rat und vereinigt zwei Stimmen auf sich. In der Regel lässt sich der Baron von seinem Ersten Ritter vertreten.

Um den Schutz der Bürger vor den Schwarzpelzen zu gewährleisten, war die Stadt im Zuge der Orkkriege 1010 bis 1012 BF gezwungen, dem Baron von Brachfelde einige Sonderrechte einzuräumen. Dazu gehört zum einen sein Sitz im Stadtrat, zum anderen aber auch z. B. das Recht des "freien Zugangs" des Barons und der Seinen zur Stadt: Niemals darf dem Baron ein Stadttor verschlossen bleiben! Auch ist Balsaith verpflichtet, Heerfolge zu leisten und im Kriegsfall Bewaffnete zu stellen. Ganz zu schweigen, dass die an den Baron abzuführenden Steuern erheblich sind. Doch angesichts der Handelserfolge, die maßgeblich dem Baron zu verdanken sind, sind die Bürger dennoch sehr zufrieden mit ihrem Landesherren und genießen es "freie Stadtluft" zu atmen.

Die Stadtgarde (30) untersteht dem Schultheiß und besteht aus Hauptmann Helmbrecht Eslebon, zehn Gardisten und ebenso vielen Torwächtern, denen es obliegt, die Stadttore zu bewachen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen (z. B. Einhaltung der Sperrstunde). Außerdem sollen sie eine ausreichende Verteidigung der Stadt gewährleisten, was aufgrund ihrer mäßigen Ausbildung und Ausrüstung eher fraglich erscheint. Im Kriegsfall verlässt man sich da mehr auf die kampferprobten Waffenknechte des Barons sowie auf die Schützen aus den Reihen der Handwerker.

Die Stadttore
Die Stadttore von Balsaith wurden nach den vier Silberschwanentöchtern der göttlichen Ifirn benannt, die in ganz Brachfelde verehrt werden. Das Tor Richtung Trallop (39) ist der Yidari (Schutzpatronin der Bogenschießkunst) geweiht, das Tor Richtung Mallaith (38) der Aidari (Schutzpatronin für Reisen auf Binnenseen). Die Mannpforte Richtung Süden (55) ist der Lidari (Schutzpatronin für die Orientierung in der Wildnis) geweiht. Sie wird im Volksmund auch "Schafsporte" genannt, da hier oft Schafherden durchgetrieben werden. Die der Nidari (Schutzpatronin der firungefälligen Jagd) geweihte Mannpforte Richtung Norden (54) wird auch "Jagdpforte" genannt.

Anbalinsruh – Weiler der Gerber
Der kleine Weiler Anbalinsruh (16) kurz vor den Toren der Stadt entstand erst vor einigen Dutzend Götterläufen (995 BF). Damals wurden die Gerber Balsaiths aufgrund ihrer schmutzigen Arbeit immer mehr angefeindet. So entschlossen sie sich, die Stadt zu verlassen und sich am Bach Anbalin niederzulassen. Trotz des anfänglichen Widerstands der Bauern sind sie hier mittlerweile recht gut gelitten, verarbeiten sie doch die Häute der heimischen Schafe und Rinder zu gutem Leder.


Stadtplan (mit freundlicher Genehmigung von Martin Lorber)


Legende:
Tempel: 4, 28, 32, xx
Schenken, Gaststätten: 5, 6, 29, 34, 50
Heilkundige: 4, 17, 18, 31, 53
kursiv: geographische Besonderheiten, keine Gebäude

1. Ratshaus
2. Zeughaus
3. Balsaither Händlergilde
4. Perainetempel
5. Schenke "Fiedlers Grün"
6. Schenke "Torkelnder Troll"
7. Phexenplatz
8. Handelshaus Silberbrück
9. Handelshaus Arolus
10. Warenhaus
11. Stadtspeicher
12. Silo
13. Arolus-Anwesen
14. Wagnerei Gerdenwald
15. Stellmacherei Gerdenwald
16. Weiler Anbalinsruh
17. Badehaus "Rosenquell"
18. Spital der Therbûniten (Beoniter)
19. Miridan-Anwesen
20. Armen- und Waisenhaus
21. Bach Anbalin
22. Gerberviertel
23. Balinteich (Gerberpfuhl)
24. Feste Anbalsaith
25. Weiler Drachengrund
26. Silberbrück-Anwesen
27. Zunfthaus
28. Traviatempel
29. Gasthaus Saithinger
30. Stadtwache und Kerker
31. Heiler Lisgolf Eggenberger
32. Rondratempel "Drakenquell"
33. Räume des Sängerkreises "Feenklang"
34. Schenke "Zum Neunauge"
35. Götterbaum (große Linde)
36. Stadtbrunnen
37. Baron-Valgor-Denkmal
38. Aidari-Tor (Mallaither Tor)
39. Yidari-Tor (Tralloper Tor)
40. Rübenacker
41. Der Hain
42. Berg Anbalsaith
43. Alte Straße
44. Norderstieg
45. Mietstall und Pferdewechselstation Tulop
46. Mietstall und Schmiede Fenn Kohlhusen
47. Theabrandter Karrenweg
48. Boronanger
49. Alte Mühle des Graumagier Futharkos von Ysilia
50. Gasthaus "Landmanns Rast"
51. Waffenschmiede "Bartoks Esse"
52. Werkstatt des Holzbildhauers Torben Traviatreu
53. Hebamme/Kräuterkundige Kadiya Rodeborn
54. Nidari-Tor (Jagdpforte)
55. Lidari-Tor (Schafpforte)
56. Hütte von Janschi dem Schäfer
xx. Phextempel "Haus des Handschlags"